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Transformation der Fahrzeugindustrie durch Vernetzung und Wissenstransfer vorantreiben

Einleitung

Die Fahrzeugindustrie befindet sich in einer Transformation mit bedeutenden Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft. Den zentralen Herausforderungen kann die Branche nur mit vereinten Kräften erfolgreich begegnen. Diese Zusammenarbeit fördert der Zukunftsfonds Automobilindustrie für die Jahre 2021 bis 2025.

Fahrzeugtransformation

© gorodenkoff – Adobe Stock

Das Auto wandelt sich von einem mechatronischen, von fossilen Brennstoffen angetriebenen Hardwareprodukt zu einem elektrifizierten und datenbasierten Dienstleistungsprodukt. Dieser Wandel wirkt sich auf die gesamte Wertschöpfungskette und ihr Umfeld aus. Die Bundesregierung unterstützt diese Transformation, um die Automobilindustrie nachhaltig zu stärken.

Der Zukunftsfonds Automobilindustrie ergänzt die Maßnahmen des Konjunkturpaketes. Er unterstützt die beteiligten Regionen und die Automobilindustrie als Deutschlands umsatzstärksten Industriezweig auf mittel- und langfristige Sicht im Transformationsprozess.

Expertinnen und Experten haben für einen erfolgreichen Strukturwandel mehrere Kerninstrumente identifiziert: thematische Transformations-Netzwerke, Transformations-Hubs und regionale Innovationscluster. Zu ihren Hauptzielen gehört es, Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Stakeholder miteinander zu vernetzten, Wissenstransfer hin zu kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu fördern und Synergieeffekte abzuleiten. Gleichzeitig findet ein stetiger Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen den regionalen Transformationsnetzwerken, den Transformations-Hubs, den regionalen Innovationsclustern und den relevanten Projekten des KoPa 35c-Programms und darüber hinaus statt, um Synergieeffekte zwischen den einzelnen Fördermaßnahmen zu schaffen.

Netzwerke

Regionale Transformations-Netzwerke

Der Fortschritt der Transformation der Automobil- und Zuliefererindustrie hängt stark von dem Erfolg des Strukturwandels in den Automobilregionen ab. Auf der anderen Seite ist die Wirtschaft und Beschäftigungsentwicklung in vielen Regionen in Deutschland in besonderem Maß von der Transformation der Fahrzeugindustrie abhängig. Besonders die Automobilzuliefererindustrie ist mittelständisch geprägt und regional verwurzelt. Deshalb verfolgt das BMWK mit der Förderung der regionalen Transformationsnetzwerke das Ziel, die Transformation der Automobil- und Zuliefererindustrie in den vom Strukturwandel besonders betroffenen Regionen erfolgreich zu gestalten und voranzutreiben, um die Automobil- und Zulieferindustrie in ganz Deutschland nachhaltig zu stärken.

Für eine koordinierte und nachhaltige Transformation der Automobil- und Zuliefererindustrie in den einzelnen Regionen steht die regionale Vernetzung relevanter Akteure im Fokus. Deshalb haben die Transformationsnetzwerke insbesondere die Vernetzung und den Erfahrungsaustausch der regionalen Akteure der Automobil- und Zulieferindustrie untereinander im Blick. Mit der Unterstützung der Netzwerke sollen die regionalen Akteure gemeinsam die besten Ideen und Lösungen für die Region entwickeln und umsetzen. So helfen sie, Arbeitsplätze und Wohlstand zu sichern und eine klimaneutrale Wirtschaft zu etablieren. Über Schnittstellen arbeiten die Netzwerke mit den Hubs zusammen, die beim Wissenstransfer nachhaltig unterstützen.

Inhaltliche Expertise tragen die Projektpartner bei. Diese sind sehr heterogen aufgestellt und setzen sich zusammen aus Unternehmen im nichtwirtschaftlichen Bereich, Forschungseinrichtungen und Universitäten, Wirtschaftsförderungsgesellschaften, Arbeitnehmer- und Arbeitsgebervertretungen, Gewerkschaften, Vereinen und Verbänden sowie Gebietskörperschaften.

Zu den Kernaufgaben jedes Transformations-Netzwerks gehört die Erstellung einer regionalen Transformationsstrategie, die den relevanten Akteuren in der Region als Entscheidungsgrundlage dienen soll, um die Transformation der Automobil- und Zuliefererindustrie in der jeweiligen Region zu gestalten. Entlang dieser Strategie erfolgen die ersten Umsetzungsschritte.

Hubs

Thematische Transformations-Hubs

Die Transformation im Automobilbereich ist eine zentrale industrie- und gesellschaftspolitische Aufgabe. Um diesen Prozess effektiv und deutschlandweit zu unterstützen, agieren Transformations-Hubs bundesweit als Kontaktpunkt zwischen Akteurinnen und Akteuren aus Forschung und Entwicklung und den Vertretern und Vertreterinnen der Unternehmen, insbesondere der KMU.

Die Transformations-Hubs sind jeweils auf ein fachliches Thema spezialisiert wie Antrieb (zum Beispiel Wasserstoff, Batterie, Elektromobilität) oder Digitalisierung (zum Beispiel Infrastrukturen, Geschäftsmodelle, Software) und sollen den Wissenstransfer nachhaltig unterstützen. Zudem tragen die Hubs dazu bei, das Bewusstsein für Ressourcen- und Energieeffizienz sowie für eine ökologisch nachhaltige Produktion in den Wertschöpfungs­ketten zu erhöhen.

Die Transformations-Hubs in Zahlen

11
Symbolicon für Molekül

Transformations-Hubs
sind derzeit in Deutschland aktiv.

48
Symbolicon für Netzwerke

Projektpartner
bringen sich in die Transformations-Hubs ein.

49,9
Symbolicon für Geldscheine

Mio. Euro
umfasst das Projektvolumen aller Vorhaben.

An der Spitze der Hubs stehen Landesagenturen, Forschungscampus, Innovationscluster und -netzwerke sowie Forschungseinrichtungen. Nachdem die Hubs die notwendigen Strukturen aufgebaut hatten, sind die ersten Aktivitäten zur Informationsbeschaffung, Datenaufbereitung und -darstellung, Durchführung von Veranstaltungen und Konzeptionierung der Schaufensterstandorte und Reallabore gestartet.

Cluster

Regionale Innovationscluster

Gezielte Investitionen in Zukunftstechnologien steigern die Innovationsfähigkeit, die Produktivität und die Nachhaltigkeit der Fahrzeug- und Zulieferindustrie. Dieser Aufgabe gehen die regional agierenden Innovationscluster (vgl. Modul c aus dem Förderrahmen KoPa 35c) nach und unterstützen insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen bei der Umstellung ihrer Produktionsprozesse sowie der Erforschung und Entwicklung neuer Technologien.

Die Cluster erstellen Clusterstrategien, unterstützen bei deren Umsetzung und entwickeln bestehende Strategien weiter unter besonderer Berücksichtigung regionaler Transformationsprozesse. Weiterhin gestalten sie neue Angebote für ihre Mitglieder und schaffen Anreize, um neue Mitglieder zu gewinnen.

Die drei bestehenden Cluster sind in den Regionen Bamberg, Berlin und Karlsruhe bis Ende 2024 aktiv. Ein Schwerpunkt liegt beispielsweise in der Region am Oberrheingraben (Süd-Westdeutschland), in dem sich Europas größtes Lithiumvorkommen befindet. Ein möglicher Abbau dieses Lithiums zur Produktion von Batteriekomponenten wird bei der regionalen Clusterstrategie berücksichtigt. Das dort aktive Innovationscluster unterstützt alle relevanten Partner dabei, das notwendige Wissen aus Forschungseinrichtungen als wesentliche Ressource zu nutzen. Insbesondere der Wissenstransfer zu KMU spielt eine zentrale Rolle.

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