Über alle Vertragskategorien mengengewichteter Elektrizitätspreis für Haushaltskunden für das Abnahmeband an einschließlich 2.500 bis 5.000 kWh im Jahr jeweils zum 1. April

© Monitoringbericht 2021 von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt

Die Bundesregierung beobachtet die Lage bei den Energiepreisen insgesamt sehr genau und nimmt diese Entwicklungen sehr ernst. Damit der Transformationsprozess zu einem klimaneutralen Hochindustrieland gelingt und es nicht zu gesellschaftlichen Verwerfungen kommt, muss der Strompreis bezahlbar bleiben. Die Sozial-Ökologische Marktwirtschaft denkt beide Dimensionen immer zusammen. Die Bundesregierung wird deshalb die Bürgerinnen und Bürger mit den steigenden Energiekosten nicht allein lassen, sondern dem Preisanstieg entgegenwirken.

Der durchschnittliche deutsche Großhandelsstrompreis lag mit 96,85 Euro/MWh über dem Preis des Vorjahres (30,47 Euro/MWh). Im Jahresverlauf entwickelte er sich von durchschnittlich 54,96 Euro/MWh in der ersten Jahreshälfte zu 138,04 Euro/MWh in der Zweiten [1]. Diese Preise wirken sich bis zu den Endkunden aus.

Der Strompreis wird auf dem Markt ermittelt. Wer mit Strom beliefert wird, zahlt dafür einen bestimmten Preis. In die Kalkulation dieses Strompreises für Haushaltskunden fließen drei wesentliche Bestandteile ein: 

  • Der Preis für die Beschaffung sowie den Vertrieb des Stroms,
  • die Entgelte für die Netznutzung
  • und die staatlich veranlassten Preisbestandteile wie zum Beispiel Steuern und EEG-Umlage.

Der erste Preisbestandteil bildet sich aus dem Wettbewerb der Stromanbieter - er kann daher je nach Stromanbieter unterschiedlich hoch sein und wird auch als Wettbewerbsanteil bezeichnet. Hier können die Stromkunden häufig Geld sparen, indem sie ihren Stromliefervertrag gut auswählen und prüfen, ob sich ein Wechsel des Anbieters oder Tarifes für sie lohnt. Private Haushalte sollten von ihrer Wechselmöglichkeit noch mehr Gebrauch machen. Die Bundesregierung setzt die Rahmenbedingungen dafür, dass der Markt transparent ist und die Stromkunden sich auf die Angebote verlassen können. Die Bundesregierung prüft deshalb aktuell, wie hier die Rahmenbedingungen verbessert werden können. Die Kartellbehörden prüfen zudem fortlaufen, ob es in Einzelfällen zu Missbrauch gekommen ist.

 

Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz

Es kann nicht sein, dass die Menschen, die Tarife vergleichen, ein günstiges Angebot wählen und darauf vertrauen, am Ende des Tages die Leidtragenden sind.

Nicht beeinflussbar für den Stromanbieter sind dagegen die beiden anderen Bestandteile des Strompreises. Denn sie sind durch Gesetze und staatliche Regelungen vorgegeben. Hier kann die Bundesregierung direkt Einfluss nehmen.

Laut Monitoringbericht 2020 von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt machen die staatlich veranlassten Preisbestandteile ungefähr die Hälfte des Strompreises aus. 2020 hatten sie einen Anteil von rund 52 Prozent. Um diese Kosten beim Strompreis zu senken, wird die Bundesregierung EEG-Umlage ab 2023 auf eine Finanzierungsgrundlage stellen. Der Wettbewerbsanteil lag bei 25 Prozent und rund 23 Prozent des Strompreises entfielen auf Netzentgelte (einschließlich Mess- und Abrechnungskosten).

Die Netzentgelte sind bundesweit nicht einheitlich hoch, denn sie hängen von den Kosten des jeweiligen Netzgebiets und dem Stromverbrauch in diesem Gebiet ab. Regionale Unterschiede bei den Übertragungsnetzentgelten werden durch das Gesetz zur Modernisierung der Netzentgeltstruktur (NEMoG) und eine darauf beruhende Rechtsverordnung bis zum Jahr 2023 abgebaut . Weitere Informationen finden Sie hier. 2020 lagen die Netzentgelte nach dem Monitoringbericht von Bundesnetzagentur (BNetzA) und Bundeskartellamt (BKartA) im bundesweiten Durchschnitt bei 7,50 Cent/kWh einschließlich Mess- und Abrechnungskosten Infografik (PDF, 76 KB).

Viele weitere aktuelle Infos zum Strommarkt finden Sie auf der Monitoring-Seite der Bundesnetzagentur: www.smard.de/home/strommarkt-erklaert/alle

[1] Quelle: Bundesnetzagentur