In den vergangenen Jahren gab es, bedingt durch die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz, einen starken Zubau von dezentralen Stromerzeugungsanlagen. Damit hat das netztechnische Verhalten dieser Anlagen eine entscheidende Bedeutung für die Stabilität des gesamten Stromversorgungssystems erlangt. Die Netzstabilität hängt wesentlich davon ab, dass immer die Menge an Strom ins Netz eingespeist wird, die gerade nachgefragt wird. Ob das so ist, lässt sich an der Frequenz ablesen: Steigt sie über die in Europa üblichen 50 Hertz, wird zu viel Strom in das Netz eingespeist. Sinkt sie unter 50 Hertz, wird zu wenig Strom eingespeist. Leichte Schwankungen sind üblich und haben keine negativen Folgen. Liegt die Frequenz aber sehr deutlich über oder unter dem Zielwert, kann das zu Problemen führen. Aufgrund älterer Netzanschlussbedingungen waren die Frequenzschutzeinrichtungen - eine Art "Sicherung" - aller Photovoltaik-Anlagen in Deutschland bis 2011 so eingestellt, dass sie sich bei einer Netzfrequenz von mehr als 50,2 Hertz automatisch vom Netz trennten. Wäre es tatsächlich zu einem Anstieg der Netzfrequenz gekommen, hätten sich bundesweit Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von neun Gigawatt - das entspricht einer Leistung von bis zu 13 Großkraftwerken - zeitgleich abgeschaltet. Der sichere und stabile Netzbetrieb wäre gefährdet gewesen, ein Stromausfall nicht auszuschließen. Um dieses "50,2-Hertz-Problem" zu lösen, hat die Bundesregierung die Systemstabilitätsverordnung erlassen, die am 26. Juni 2012 in Kraft trat. Die Verordnung verpflichtet Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen dazu, bis Ende 2014 eine Nachrüstung der Frequenzeinstellungen durchzuführen. Die notwendigen Kosten tragen die Netzbetreiber.