Eine aktuelle Studie des Münchner ifo-Instituts zeigt, dass Exportkreditgarantien des Bundes (Hermesdeckungen) zusätzliche Exporte  anregen und mehr Beschäftigung in Deutschland schaffen. Demnach wurden durch das Instrument im Jahr 2012 bis zu 200.000 Arbeitsplätze in Deutschland unterstützt.

Bundesminister Gabriel: "Die Studie des ifo-Instituts unterstreicht die Bedeutung der Hermesdeckungen für die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen in der deutschen Exportwirtschaft und deren Zulieferbetrieben. Außerdem tragen Hermesdeckungen indirekt auch zu Beschäftigung bei unseren europäischen Nachbarn bei. Angesichts der Konjunkturschwäche in der EU ist dies ein äußerst positiver Befund."

Wertvoller Beitrag für Wachstum und Beschäftigung

Hermesdeckungen dienen deutschen Unternehmern als Risikoabsicherung bei Ausfuhren. Der Bund übernimmt durch sie eine Garantie für Auslandsgeschäfte und stärkt dadurch den Export als Wachstumsmotor. Die Studie des ifo-Instituts zeigt: Auf jeden direkt in der Produktion von hermesgedeckten Exporten unterstützten Arbeitsplatz kommen noch einmal 1,5 Beschäftigte in deutschen Zulieferbetrieben. Hintergrund für die positiven Effekte im Ausland sind Vorleistungsbeziehungen mit ausländischen Firmen. Zu den 200.000 unterstützten deutschen Arbeitsplätzen kommen laut Aussage der Gutachter etwa 100.000 Arbeitsplätze im Ausland hinzu, davon rund zwei Drittel in der EU.

Zudem wird durch die Studie deutlich, dass es volkswirtschaftlich sinnvoll ist, bei hermesgedeckten Exporten mehr ausländische Zulieferanteile zuzulassen. Aktuell ist der Auslandsanteil auf 49 Prozent begrenzt. Der ausländische Wertschöpfungsanteil bei deutschen Exporten steigt seit Jahren stetig an und wird nach Einschätzung der ifo-Forscher auch künftig zunehmen. Bei einer Ausweitung der Deckungsmöglichkeit für Auslandsanteile würden insgesamt keine Arbeitsplätze in Deutschland verloren gehen, so die Forscher.  "Wir werden eingehend prüfen, ob mittelfristig weitere Anpassungen der Hermes-Regelungen zur Einbeziehung ausländischer Zulieferungen notwendig sind", erklärte Bundeswirtschaftsminister Gabriel dazu.

Seit 1949 stellen die Exportkreditgarantien ein wichtiges Instrument der staatlichen Außenwirtschaftsförderung in Deutschland dar. Sie bieten Schutz vor Zahlungsausfällen bei Exportgeschäften, für die private Kreditversicherungsunternehmen keinen Versicherungsschutz anbieten. Damit spielen sie vor allem für Ausfuhren in Länder mit erhöhten wirtschaftlichen Risiken eine Rolle. Die Nachfrage nach Hermesdeckungen ist weiterhin auf hohem Niveau: Im Jahr 2014 sicherten sie Exporte im Volumen von 24,8 Milliarden Euro ab.

Die Studie "Feststellung des Nettobeschäftigungseffektes bei einer Änderung der Regelungen zu ausländischen Zulieferungen bei den Exportkreditgarantien des Bundes (Hermesdeckungen)" finden Sie hier.