Bild zum Artikel: Schneller vom Labor in die Praxis
KURZ ERKLÄRT
Die technische Ausgestaltung von Multi-Purpose-Anlagen, zum Beispiel zur Fermentation, Biokatalyse und Biotransformation, ist so flexibel und universell, dass sie für unterschiedliche Prozesse eingesetzt werden können. Single-Purpose-Anlagen, zum Beispiel zur Fermentation von Stroh zu L-Milchsäure, hingegen sind so spezifisch gestaltet, dass sie nur für einen spezifischen Prozess oder nur für den Zweck eines einzelnen Unternehmens genutzt werden können.
Eine Beispielregion der industriellen Bioökonomie verfügt über Industrieunternehmen, biobasierte Rohstoffe, Forschungseinrichtungen, sonstige Infrastruktur, Cluster und eine Strategie, um die industrielle Bioökonomie und damit die Transformation der Industrie voranzutreiben.

Seit Jahren werden in deutschen Laboren erfolgreich Ideen entwickelt, um auf fossilen Rohstoffen basierende Produkte und Prozesse durch biobasierte ersetzen zu können und so CO2 Emissionen einzusparen. Beispielsweise kann biologisch abbaubares Bioplastik aus Reststoffen wie Stroh hergestellt werden.

Was im Labor bereits erprobt ist, muss jedoch noch hochskaliert werden. Um den Transfer biobasierter Produkte und Verfahren in die industrielle Praxis zu unterstützen, hat das BMWK das Förderprogramm industrielle Bioökonomie ins Leben gerufen.

Das Förderprogramm besteht aus drei Bausteinen:

  • Seit dem vergangenen Jahr können Start-ups, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie in Ausnahmefällen Großunternehmen mit Baustein A gefördert werden, wenn sie existierende öffentliche oder private Multi-Purpose-Anlagen dazu nutzen, ihre eigenen Verfahren weiterzuentwickeln.
  • Baustein B dient der Förderung gewerblicher Unternehmen bei der Durchführung vorbereiten der Tätigkeiten zur Errichtung unternehmenseigener Single-Purpose-Anlagen der industriellen Bioökonomie.
  • Im Dezember 2021 wurde die Förderrichtlinie um einen Baustein C erweitert, mit dem Unternehmensverbände dabei unterstützt werden sollen, neue, skalierte biobasierte Produkte und Verfahren weiterzuentwickeln und in regionale industrielle Wertschöpfungsnetze zu integrieren.


Bis 2045 soll die Industrie in Deutschland klimaneutral und nachhaltig produzieren.

Das geschieht meist in sogenannten Beispielregionen. Damit wird auch der Auftrag aus dem Koalitionsvertrag 2021, die regionale Transformation zu unterstützen, adressiert. Gefördert werden unter anderen Beratungsdienste, Transfermaßnahmen, Innovationscluster und Register. Dieser Förderbaustein richtet sich an Managementeinrichtungen und Verbünde entlang regionaler industrieller Wertschöpfungsketten sowie Großunternehmen, insbesondere im Verbund mit KMU.

In Kürze Die Förderung bringt bioökonomische Produkte und Verfahren in die industrielle Praxis.

Projektskizzen für alle drei Bausteine können jeweils zum 1. März und zum 30. Juni eines Jahres eingereicht werden.


MEHR ZUM THEMA

BMWK-Dossier „Förderprogramm industrielle Bioökonomie“
www.bmwk.de/Redaktion/DE/ Dossier/industrielle-biooekonomie.html

Richtlinie zur Förderung der Nutzung und des Baus von Demonstrationsanlagen und von Beispielregionen für die industrielle Bioökonomie
t1p.de/richtlinie-demonstrationsanlagen

KONTAKT

LARA ESSIG
Referat: Bioökonomie, biobasierte Rohstoffe, Biotech- und Lebensmittelindustrie

schlaglichter@bmwk.bund.de