Blick in ein Stahlwerk zum Branchenfokus Stahl und Metall; Quelle: istockphoto.com/efenzi Bild vergrößern

Blick in ein Stahlwerk zum Branchenfokus Stahl und Metall

© istockphoto.com/efenzi

Heute fand die Grundsteinlegung für das erste grüne Eisenwerk in Afrika statt. Anlässlich seiner Namibia-Reise im Dezember 2022 hatte Bundesminister Robert Habeck den Förderbescheid für das Projekt in Windhoek übergeben. Das Konsortium aus den drei deutschen Unternehmen CO2Grab GmbH, TS Elino GmbH und LSF GmbH & Co. KG erhält einen Bundeszuschuss in Höhe von etwa 13 Millionen Euro. Die Bundesregierung ist bei der Grundsteinlegung durch den Sonderbeauftragten für die deutsch-namibische Energie- und Klimakooperation, Rainer Baake, vertreten.

Bundesminister Habeck: „Namibia hat ideale Voraussetzungen, um mit Hilfe von Wind- und Solarenergie grünen Wasserstoff herzustellen. Da Namibia große Eisenerzvorkommen hat, lässt sich hier mithilfe des grünen Wasserstoffs in direkter Nachbarschaft zu den Abbaustätten auch kostengünstig grünes Eisen produzieren – ein wichtiges Vorprodukt für die Dekarbonisierung der Stahlproduktion auch in Deutschland.“

Das HyIron/Oshivela-Projekt wird grünen Wasserstoff erzeugen und damit klimaneutral Eisenerz zu Eisen reduzieren. Der erzeugte Eisenschwamm, das Eisen, kann dann an Stahlwerke auch in Deutschland verschifft werden.

Das Projekt wird die erste industrielle klimaneutrale Produktionsstätte für Eisen auf dem afrikanischen Kontinent sein. Traditionell wird Eisen durch Zugabe von Koks aus Steinkohle im Hochofen reduziert. Dabei wird viel CO₂ freigesetzt. Die Stahlproduktion ist bisher für etwa ein Achtel der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich und trägt somit erheblich zum Klimawandel bei. Eine Direktreduktionsanlage kommt hingegen ohne Koks aus und nutzt als Reduktionsmittel Erdgas oder Wasserstoff. Die Direktreduktion mit grünem Wasserstoff setzt ein ausreichend hohes Potenzial an erneuerbarer Energie voraus. Dieses Potenzial ist in Namibia vorhanden.

„Das Projekt bietet die Chance zum Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft in Namibia, aber auch zur Dekarbonisierung nachgelagerter Wertschöpfungsketten. Der hier produzierte Eisenschwamm kann bspw. als Vorprodukt in der Stahlfertigung auch in Deutschland genutzt werden, z.B. um grünen Stahl für die Produktion von Windenergieanlagen oder Fahrzeugen herzustellen“, so Rainer Baake, der Sonderbeauftragte für die deutsch-namibische Klima- und Energiekooperation. „Besonders wichtig in einem wasserarmen Land wie Namibia ist, dass Wasser bei diesem Projekt im Kreislauf geführt wird“, so Baake.

Der Produktionsstart ist für Ende 2024 geplant. In der ersten Phase wird die Anlage jährlich 15.000 Tonnen direkt reduziertes Eisen produzieren.