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Artikel - Existenzgründung

Existenzgründungen – Motor der Wirtschaft

Einleitung

Die Gründungstätigkeit in Deutschland bewegt sich derzeit im Spannungsfeld zwischen Fachkräftemangel und Corona-Blues. Das ist das Ergbenis des aktuellen KfW Gründungsmonitors 2023.

Start-ups und Existenzgründungen bilden für eine erfolgreiche deutsche Wirtschaft einen immer gewichtigeren Bestandteil. Sie sind essenzieller Motor für eine zukunftsfähige Gesellschaft sowie Wirtschaft. Neue Arbeitsplätze werden geschaffen und potenziell exportstarke Produkte entwickelt.

Allerdings ist die Gründungstätigkeit in Deutschland 2022 im Vergleich zum Vorjahr auf 550.000 Existenzgründungen zurückgegangen (-9 %), so das Ergebnis des aktuellen KfW Gründungsmonitors 2023 (PDF, nicht barrierefrei). Ein im Vergleich zum Vorjahr verringerter konjunktureller Impuls sowie ein doppelt so hoher negativer Arbeitsmarkteffekt haben zum Rückgang der Gründungstätigkeit beigetragen.

Aber: Das Minus ist bei Vollerwerbsgründungen nur etwa halb so stark (-6 %) wie bei Nebenerwerbsgründungen (-12 %). Bei jeder fünften Nebenerwerbsgründung besteht die Absicht die Selbstständigkeit zum Vollerwerb auszuweiten.

Mehr Gründungen aus Überzeugung

Erstmals seit mehreren Jahren ist der Anteil von Gründungen mangels besserer Erwerbsalternativen wieder deutlich auf 24 % gestiegen. Das ist allerdings zum Großteil auf Gründerinnen und Gründer zurückzuführen, die die Selbstständigkeit gegenüber einer Anstellung präferieren. Für sie war die Gründung somit weniger aus der Not als aus Überzeugung.

Digitales und Internet weiter wichtig

Nach dem deutlichen Anstieg digitaler und internetbasierter Geschäftsmodelle im Vorjahr bleiben ihre Anteile 2022 im langjährigen Vergleich hoch: Mit 29 % digitaler und 36 % internetbasierter Gründungen gibt es dennoch Steigerungspotenzial.

Anteil von Gründungen aus weiblicher Hand schwankt

In den ersten beiden Pandemiejahren ist der Anteil von Gründungen durch Frauen deutlich gestiegen. Die Hoffnung auf den Beginn eines positiven Trends hat sich jedoch als verfrüht herausgestellt. So ist der Gründerinnenanteil nun wieder deutlich auf 37 % gesunken.

Der Rückgang der Gründungstätigkeit 2022 ist also zu einem Großteil ein Minus bei Gründerinnen: So setzten 2022 mit 205.000 etwa 20 % weniger Frauen eine Existenzgründung um als noch im Vorjahr. Die Zahl der Gründer ist mit 345.000 nahezu stabil geblieben (-1 %).

Es zeigt sich einmal mehr, dass der jährliche Gründerinnenanteil beständig um seinen langjährigen Durchschnitt von 39 % schwankt. Der Anteil von Frauen ist bei Vollerwerbsgründungen auf 34 % stärker zurück gegangen als bei Nebenerwerbsgründungen auf 41 %, bleibt im Gegensatz dazu aber knapp überdurchschnittlich.

Mehr Gründungsplanungen: Für 2023 wieder bessere Aussichten

Die Gründungsplanungstätigkeit ist 2022 etwas angestiegen. Die Quote von Erwerbsfähigen mit bestehenden Gründungsplänen beträgt 4,5 % nach 4,1 % im Vorjahr. Die Zahl der Gründungsplanerinnen und -planer (sogenannte „Nascent Entrepreneurs“) legte somit zu. Die Quote derjenigen Planerinnen und Planer, die ihre Geschäftstätigkeit innerhalb der nächsten 12 Monate aufnehmen wollen, blieb mit 2,5 % der Erwerbsfähigen 2022 auf dem Level des Vorjahres.

Gemessen daran, ist für 2023 mit einer stabilen, tendenziell steigenden Gründungstätigkeit zu rechnen. Denn der Prozess von Idee bis Umsetzung dauert im Durchschnitt mehrere Monate.

Fünf Zahlen zur Existenzgründung

19
Symbolicon für Menschen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter


hat im Durchschnitt ein Start-up in Deutschland.

Quelle: Deutscher Startup Monitor 2023

35
Symbolicon für Grüner Strom

Prozent der vom Green Startup Monitor erfassten Start-ups

sind grüne Start-ups, das ist ein neuer Höchststand.

Quelle: Green Startup Monitor 2023

49
Symbolicon für Glühbirne

Prozent aller Start-ups

haben bei ihrer Gründung Unterstützung von Hochschulen erhalten.

Quelle: Deutscher Startup Monitor 2023

52
Symbolicon für Besprechung

Prozent der vom Deutschen Startup Monitor erfassten Start-ups

sagen, KI habe einen großen Einfluss auf sie.

Quelle: Deutscher Startup Monitor 2023

37
Symbolicon für Frau

Prozent aller Existenzgründungen

erfolgen durch Frauen (Voll-/Nebenerwerb)

Quelle: KfW Gründungsmonitor 2023

Mut zur Selbstständigkeit

Gründungen in Deutschland stärken

Mit vielfältigen Maßnahmen stärkt das Bundeswirtschaftsministerium den Gründungsgeist in Deutschland und unterstützt angehende Unternehmerinnen und Unternehmer auf dem Weg in die Selbstständigkeit.

Damit das Wirtschaftswachstum stark und dynamisch bleibt, sind mehr Gründerinnen und Gründer gefragt, die neue Märkte erschließen und zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen. Daher möchte das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) den Unternehmergeist und das Gründungsgeschehen in Deutschland stärken und den Schritt in die Selbständigkeit attraktiver gestalten.

Das BMWK setzt sich mit einer Reihe von Maßnahmen, Wettbewerben, Initiativen und Förderprogrammen für ein positives Gründungsklima in Deutschland ein:

  • Start-up Strategie der Bundesregierung
    Um die Rahmenbedingungen für Start-ups in Deutschland und Europa zu verbessern, hat die Bundesregierung im Sommer 2022 erstmals eine Start-up-Strategie beschlossen. Diese enthält rund 130 Maßnahmen, die in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden sollen: von neuen Förderprogrammen über Beratungsleistungen bis zu neuen Gesetzen.
  • Nationale Strategie für Soziale Innovationen und Gemeinwohlorientierte Unternehmen
    Zu Förderung gemeinwohlorientierter Unternehmen hat das BMWK gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie allen weiteren Ressorts die Nationale Strategie für Soziale Innovationen und Gemeinwohlorientierte Unternehmen entwickelt und setzt diese nun um. Mit 70 Maßnahmen in elf Handlungsfeldern werden die Rahmenbedingungen verbessert, Benachteiligungen gezielt abgebaut und bedarfsgerechte Förderangebote entwickelt.
  • Gemeinsamer Aktionsplan „Mehr Unternehmerinnen für den Mittelstand“
    Im September 2022 startete die BMWK-Initiative „Frauen in Mittelstand, Handwerk, Gründungen und Start-ups“. An der Kickoff-Veranstaltung nahmen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Unternehmen, Verbänden, Finanzierungsinstitutionen, Frauennetzwerken und Wissenschaft teil. Ziel der Initiative ist es, gemeinsam mit allen beteiligten Akteurinnen und Akteuren ein Netzwerk zu bilden, das positive Änderungen für die Berufs- und Lebensperspektiven von selbstständigen Frauen herbeiführt und die Leistungs-, Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des Mittelstands stärkt. Im Mai 2023 ist ein gemeinsamer Aktionsplan mit mehr als 40 konkreten Maßnahmen veröffentlicht worden, an dem sich fünf Bundesministerien (BMWK, BMBF, BMFSFJ, BMG, IntB) und 27 weitere Institutionen beteiligt haben.
  • EXIST-Förderung für Gründungsteams aus den Hochschulen
    Ziel des Förderprogramms ist es, das Gründungsklima an Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu verbessern. Darüber hinaus sollen die Anzahl und der Erfolg technologieorientierter und wissensbasierter Unternehmensgründungen erhöht werden.
  • INVEST-Zuschuss für Wagniskapital
    Mit dem Förderprogramm „INVEST-Zuschuss für Wagniskapital“ werden private Investoren motiviert, Wagniskapital für Start-ups zur Verfügung zu stellen. Business Angels, die privates Kapital in junge innovative Unternehmen investieren, profitieren von einem Erwerbszuschuss in Höhe von 25 Prozent der Investitionssumme und einem Exit-Zuschuss, der die Steuern auf Veräußerungsgewinne kompensiert.
  • Bürokratieabbau
    Mit diversen Maßnahmen, unter anderem digitalen, interaktiven Portalen, reduziert die Bundesregierung den bürokratischen Aufwand für Unternehmen. Darüber hinaus werden mit dem Bürokratieentlastungsgesetz III weitere Entlastungen für die Wirtschaft, insbesondere auch für Existenzgründerinnen und Existenzgründer sowie Mittelständler umgesetzt werden.
  • Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft
    Die Bundesregierung unterstützt die von kleinen und jungen Betrieben geprägte Kultur- und Kreativwirtschaft unter anderem bei der Initiierung von Kooperationen untereinander, mit der Industrie und dem Mittelstand sowie mit anderen Branchen. Ein zentrales Instrument dabei ist der Wettbewerb „Kultur- und Kreativpiloten“.
  • Initiative „FRAUEN unternehmen“
    Bundesweit ermutigen über 240 Vorbild-Unternehmerinnen Frauen und Mädchen dazu, ihre Geschäftsideen umzusetzen und machen Mut zur beruflichen Selbstständigkeit.
  • Initiative „Unternehmergeist in die Schulen“
    Der Initiativkreis „Unternehmergeist in die Schulen“ hat sich unter der Federführung des BMWK gegründet. In diesem Umfeld arbeiten überregionale und überwiegend private Initiativen daran, die Stärkung von Unternehmergeist und ökonomischen Wissen an Schulen zu fördern und so die Gründungskultur in Deutschland zu stärken. Die Mitgliedsorganisationen stehen für Qualität, Kontinuität, internationale und praktische Ausrichtung. Die Initiativen und Projekte sollen Jugendliche befähigen, selbstbewusst, selbstbestimmt und kompetent an der Gestaltung der digitalen Gesellschaft und Arbeitswelt teilzuhaben. Entrepreneurship Education als Teil einer zeitgemäßen Allgemeinbildung umfasst die notwendigen Bildungsprozesse, mit denen die für die Arbeitswelt 4.0 erforderlichen Fähigkeiten und Schlüsselkompetenzen hervorragend vermittelt und trainiert werden können.
  • JUNIOR-Bundeswettbewerb
    Die JUNIOR Schülerfirmen sind Mitglied der vom BMWK gegründeten Initiative „Unternehmergeist in die Schulen. Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7-13 haben im Rahmen des Programms von JUNIOR die Gelegenheit, eine Geschäftsidee zu entwickeln und diese für die Dauer eines Schuljahres in Form eines Schülerunternehmens an ihrer Schule umzusetzen. Beim jährlichen JUNIOR-Bundeswettbewerb wird die beste Schülerfirma aus allen Landessiegern ausgewählt.
  • Gründungswettbewerb – Digitale Innovationen
    Der Wettbewerb zeichnet Start-ups mit innovativen Geschäftsideen, die auf Produkten und Dienstleistungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik beruhen, mit Preisgeldern bis zu 32.000 Euro aus und bietet umfangreiche Unterstützungsangebote an.
  • Digitales Start-up des Jahres
    Der Preis zeichnet erfolgsversprechende, bereits am Markt etablierte junge Digitalunternehmen aus den BMWK -Gründungsinitiativen aus. Die Auszeichnung würdigt Start-ups, die ihre Gründungsideen in kurzer Zeit besonders erfolgreich umgesetzt haben und erfolgversprechende Konzepte für weiteres Wachstum verfolgen.
  • Der Deutsche Gründerpreis
    Der Deutsche Gründerpreis ist die bedeutendste Auszeichnung für erfolgreiche Gründerinnen und Gründer, herausragende junge Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Schülerfirmen in Deutschland. Er wird jährlich für vorbildliche Leistungen bei der Entwicklung von innovativen und tragfähigen Geschäftsideen und beim Aufbau neuer Unternehmen in den Kategorien Schülerinnen und Schüler, Start-up, Aufsteiger und Lebenswerk verliehen.
  • Die Gründungswoche Deutschland
    Austausch ist alles: Netzwerke, Wettbewerbe, Messen, Foren und andere Veranstaltungsformate geben Gründerinnen und Gründern einen Rahmen, um mit Experten, potenziellen Kunden und Geschäftspartnern in Kontakt zu kommen, Erfahrungen auszutauschen und ihre Potenziale und Chancen zu testen. Die Gründungswoche Deutschland bringt bundesweit viele Partner zusammen, die gemeinsam rund um das Thema Gründen informieren, beraten und inspirieren. Mehr als 1.9000 Partnerinnen und Partner bieten attraktive Veranstaltungen, Seminare und Events unter www.gruendungswoche.de.

Publikationen

Gründungsberatung

Selbstständigkeit erfolgreich planen

Verlässliche Informationen und sorgfältige Planungen sind das Fundament für einen erfolgreichen Start als Unternehmerin und Unternehmer. Deshalb unterstützt das Bundeswirtschaftsministerium Gründerinnen und Gründer bei den vielen kleinen Schritten auf dem Weg in die Selbstständigkeit.

Für einen erfolgreichen Start in die Selbstständigkeit müssen viele Fragen geklärt und Entscheidungen vorbereitet werden: Wie erstelle ich einen Businessplan? Wie setze ich meine Geschäftsidee um? Und woher bekomme ich mein Startkapital?

Das Existenzgründungsportal des BMWK

Mit www.existenzgruendungsportal.de bietet das BMWK umfangreiche Informationen, Checklisten und Übersichten sowie Kontakte zu weiteren Ansprechpartnern zum Start in die Selbstständigkeit an.

Denn für Gründerinnen und Gründer besteht ein breites Netzwerk von Starthelfern, Initiativen und Beratungsmöglichkeiten wie zum Beispiel:

  • Industrie- und Handelskammern (IHKs) und Handwerkskammern (HWKs),
  • kommunale oder regionale Ämter oder Gesellschaften für Wirtschaftsförderung,
  • Innovations-, Technologie- und Gründungszentren,
  • Agenturen für Arbeit,
  • Gründungslehrstühle/Gründungsnetzwerke,
  • Gründungsmessen,
  • landesweite, regionale oder lokale Gründungsinitiativen und
  • Businessplan-Wettbewerbe.

Die Gründerplattform

Auf der digitalen Plattform gruenderplattform.de erhalten angehende Gründerinnen und Gründer umfangreiche Hilfestellung – interaktiv, maßgeschneidert und kostenlos.

Das Prinzip: Wer sich selbstständig machen will, soll alle gründungsrelevanten Vorbereitungen auf einer zentralen, digitalen Plattform abwickeln und sich dabei individuell beraten lassen können – von der Ideenfindung, über die Entwicklung des Geschäftsmodells und des Businessplans bis hin zur passenden Förderung und Finanzierung. Das Ziel: Existenzgründung in Deutschland einfacher machen.

Damit das optimal klappt, bietet die Plattform eine Reihe digitaler Tools und bindet deutschlandweit alle zentralen Akteure für die Gründungsberatung und -finanzierung ein. Über 700 Partner wie Landesförderbanken, Kammern, Bürgschaftsbanken, Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie Privatbanken sind mit an Bord.

Start-ups im Dialog mit der Politik: Beirat „Junge Digitale Wirtschaft“

Der Beirat „Junge Digitale Wirtschaft“ berät den Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz aus erster Hand zu aktuellen Fragen der Informations- und Kommunikationswirtschaft, insbesondere zur Entwicklung und zu den Potenzialen der jungen digitalen Wirtschaft und neuer digitaler Technologien in Deutschland sowie zur Schaffung besserer Wachstumsbedingungen von Start-ups. Er ist im Hinblick auf die Dynamik der digitalen Wirtschaft flexibel und offen ausgestaltet und ermöglicht der deutschen Start-up-Szene einen direkten und praxisbezogenen Dialog mit der Politik.

Lagerhalle zum Thema Mittelstandsfinanzierung

© Halfpoint/stock.adobe.com

Maßgeschneiderte Finanzierungsförderung für den Mittelstand

Zum Artikel

Gründungsfinanzierung

Starthilfe für Gründerinnen und Gründer

Eine solide Finanzierung ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Gründung. Neben Eigenmitteln brauchen viele Existenzgründerinnen und -gründer zusätzlich externe Geldquellen oder Fremdmittel. Wichtig bei der Wahl ist vor allem, dass die Finanzierung zum Vorhaben passt.

Gründungswillige müssen in Immobilien, Ausstattung, Maschinen, Geräte und oft auch Personal investieren. Auch die Kosten für ihre eigene Lebenshaltung müssen im Businessplan kalkuliert werden. Damit aus ihren guten, zukunftsträchtigen Geschäftsideen erfolgreiche Unternehmen entstehen, sollten sich Existenzgründerinnen und Existenzgründer frühzeitig um ihr Startkapital kümmern. Dieses setzt sich aus Eigen- und Fremdkapital zusammen.

Eigenkapital

Zum Eigenkapital gehören die finanziellen Rücklagen und – je nach Rechtsform – das Grund- bzw. Stammkapital eines Unternehmens sowie der Bilanzgewinn und das persönliche Vermögen. Darüber hinaus gehören zum Eigenkapital auch Gegenstände (Maschinen, Anlagen, Fuhrpark usw.), die einem Unternehmen unbegrenzt zur Verfügung stehen.

Warum Eigenkapital wichtig ist

Einerseits verringert Eigenkapital die Gefahr von Liquiditätsproblemen. Andererseits macht es die Unternehmerin bzw. den Unternehmer unabhängig: Nur wer über ausreichendes Eigenkapital verfügt, kann auch schnell und flexibel auf erneuten Finanzierungsbedarf (z.B. Investitionen bei Marktänderungen) reagieren. Zu guter Letzt gilt das eingesetzte Eigenkapital für Banken und Sparkassen als Messlatte für die Ernsthaftigkeit eines Vorhabens.

Neben den tatsächlichen eigenen Mitteln, die Gründerinnen bzw. Gründer aufbringen, gibt es auch Eigenkapital, das von Dritten zur Verfügung gestellt wird. Dabei kann es sich um Zuschüsse oder Beteiligungskapital handeln.

Zuschüsse

Bei Zuschüssen handelt es sich um finanzielle Zuwendungen des Staates, die über Förderinstitute zur Verfügung gestellt werden. Sie werden vor allem für die Wachstumsfinanzierung sowie für die Innovationsförderung ausgereicht. Die Bedingung ist: Zuschüsse sind an bestimmte Investitionsvorhaben gebunden. Bei der Umsetzung müssen die Vorgaben der Förderinstitute eingehalten werden; werden diese nicht eingehalten, kann es zu Rückzahlungsaufforderungen kommen.

Beteiligungskapital

Beim Beteiligungskapital handelt es sich um Eigenkapital, das dem Unternehmen von öffentlichen, privaten oder gemischten Beteiligungsgesellschaften zur Verfügung gestellt wird; und zwar in Form von Einlagen als Stamm- oder Grundkapital, aber auch als eine stille Beteiligung am Unternehmen.

Fremdkapital

Um ihr Gründungsvorhaben zu finanzieren, benötigen Gründerinnen und Gründer meistens zusätzliches Geld: das sogenannte Fremdkapital. Dabei kommen je nach Umfang und Nutzungsdauer der geplanten Investitionen unterschiedliche Kreditgeber und Kreditarten in Frage.

Förderdarlehen der Länder

Typisch für Förderdarlehen sind u.a. günstige Zinsen, lange Laufzeiten und häufig eine rückzahlungsfreie (tilgungsfreie) Anlaufphase. Der Bund sowie das ERP-Sondervermögen, die Länder und die Europäische Union unterstützen Gründerinnen und Gründer sowie kleine und mittlere Unternehmen mit ganz unterschiedlichen Förderdarlehen. Einige Beispiele:

  • ERP-Gründerkredit – StartGeld
    Mit dem ERP-Gründerkredit – StartGeld werden alle Formen der Existenzgründung gefördert, das heißt die Neugründung von Unternehmen, die Übernahme eines Unternehmens und der Erwerb einer tätigen Beteiligung. Die Existenzgründung kann hauptberuflich oder zunächst nebenberuflich betrieben werden. Die Kreditlaufzeit beträgt maximal 10 Jahre. Die ersten beiden Jahre können tilgungsfrei sein. Das heißt, in dieser Zeit müssen nur die Zinsen bezahlt werden. Danach erfolgt die Tilgung in festgelegten Monatsraten.
  • ERP-Mezzanine für Innovation
    App-Entwicklung, Aufbau einer verbesserten Produktserie oder maßgeschneiderte Vernetzung des Maschinenparks: Für Unternehmen, die eine Innovation planen, ihr Eigenkapital aber nicht belasten wollen, bietet sich das Programm ERP-Mezzanine für Innovation als Lösung an. Die Förderung wird als integriertes Finanzierungspaket aus einem klassischen Darlehen (Fremdkapitaltranche) und einem Nachrangdarlehen (Nachrangtranche) gewährt.
  • Mikrokreditfonds Deutschland
    Besonders für Kleinst- und Kleinunternehmen sowie junge Unternehmen ist der Zugang zu Bankkrediten strukturell erschwert. Mit dem Mikrokreditfonds Deutschland fördert das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ein flächendeckendes und niedrigschwelliges Angebot an Darlehen bis 25.000 Euro.

Kredite von Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken

Kredite zur Finanzierung von Investitionen und Betriebsmitteln erhalten Gründerinnen und Gründer von ihrer Hausbank, d.h. jener Bank bzw. Sparkasse, bei der das Geschäftskonto eröffnet wurde. Je nach Finanzierungszweck wird nach kurzfristigen Betriebsmittelkrediten oder mittel- und langfristigen Investitionskrediten unterschieden.

Mit einer Bürgschaft absichern

Für die Hausbank ist entscheidend, dass die Gründerinnen und Gründer jederzeit in der Lage sind, den eingegangenen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Deshalb verlangen die Banken von den Gründerinnen und Gründern geeignete Sicherheiten, um einen Zahlungsausfall abzusichern. Wer diese Sicherheiten nicht aufweisen kann, muss eine Bürgschaft nachweisen. Eine Bürgschaft für den Kredit können Gründerinnen und Gründer durch zwei wesentliche Quellen erhalten:

  • Bürgschaft von Privaten
  • Bürgschaft von der Bürgschaftsbank

Auf dem Finanzierungsportal der Bürgschaftsbanken können Gründerinnen und Gründer in wenigen Schritten eine passende Finanzierungslösung finden.

Unternehmensnachfolge

Die Unternehmensnachfolge sichern

Erfolgreiche Firmenübergaben sichern Arbeitsplätze und Fachwissen in Deutschland. Und sie bieten Nachfolgerinnen und Nachfolgern die Chance, ein Unternehmen aus bestehenden Strukturen weiterzuentwickeln, sei es im Bereich der Digitalisierung oder der Nachhaltigkeit.

Der demografische Wandel führt dazu, dass rund 30 % der mittelständischen Unternehmerinnen und Unternehmer 60 Jahre oder älter sind. Für sie ist es wichtig, sich frühzeitig mit dem Thema Unternehmensnachfolge auseinanderzusetzen, um ihrem Unternehmen, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Geschäftspartnern eine langfristige Perspektive zu bieten.

Online-Unternehmensnachfolgebörse www.nexxt-change.org

Über das kostenfreie Angebot der Online-Unternehmensnachfolgebörse www.nexxt-change.org, die das BMWK gemeinsam mit der KfW betreibt, können an einer Nachfolge Interessierte zueinander finden. Seit 2006 wurden so mehr als 19.000 Inhaberinnen und Inhaber und Nachfolgerinnen und Nachfolger erfolgreich zusammengebracht. Mit einem Netzwerk von mehr als 700 Regionalpartnern aus dem Bereich der Kammern und Banken bietet nexxt change zudem kompetente Ansprechpartner vor Ort, die bei den unterschiedlichen Fragen einer Unternehmensnachfolge Übergebende und Übernehmende unterstützen.

nexxt-change: Unternehmensbörse für die Nachfolge
Die nexxt-change Unternehmensbörse verbindet Unternehmerinnen und Unternehmer, die jemanden zur Nachfolge suchen, mit Gründerinnen und Gründern, die sich gerne mit einem bestehenden Unternehmen selbstständig machen wollen.

Umfangreiche Informationsplattform www.nachfolge-in-deutschland.de

Auf der vom BMWK geförderte Informationsplattform www.nachfolge-in-deutschland.de stehen u.a.

  • der nachfolg-o-mat, ein Analysetool für alle, die sich zum ersten Mal mit der Unternehmensnachfolge auseinandersetzen,
  • der kostenfreie und wissenschaftlich fundierte KMUrechner für die Wertermittlung eines Unternehmens,
  • das Nachfolgewiki, ein umfangreiches Online-Lexikon mit relevanten Themen und Checklisten rund um die Unternehmensnachfolge,
  • der Nachfolgefahrplan und
  • ein Test, mit dem die persönliche Präferenz für eine Neu- oder Nachfolgegründung ermittelt werden kann zur Verfügung.

BMWK-Initiative „Unternehmensnachfolge – aus der Praxis für die Praxis“

Um neue Impulse und Unterstützung für das Thema Unternehmensnachfolge vor Ort zu schaffen, fördert das BMWK rund 30 innovative Modellprojekte im Rahmen der Initiative „Unternehmensnachfolge – aus der Praxis für die Praxis“. Die Ideen der Modellprojekte sind vielfältig: Sie sensibilisieren für das Thema Unternehmensnachfolge, bieten Nachfolgeakademien, Coaching, digitale Tools und Veranstaltungen rund um die Unternehmensnachfolge an.

All jenen, die die Angebote der Modellprojekte vor Ort nicht nutzen können, stehen bereits einige Tools im Internet zur Verfügung, z.B.:

Eine Übersicht über alle geförderten Modellprojekte finden Sie hier.

Websites für Gründerinnen und Gründer

Pressemitteilungen

  • 20.11.2023 - Pressemitteilung - Digitale Welt

    Über 300.000 Euro für 21 innovative Start-ups

    Öffnet Einzelsicht
  • 13.11.2023 - Gemeinsame Pressemitteilung - Fachkräftesicherung

    SCHULEWIRTSCHAFT-Preis 2023: Durch praxisnahes Engagement bei der Berufsorientierung Fachkräfte gewinnen

    Öffnet Einzelsicht
  • 10.11.2023 - Pressemitteilung - Existenzgründung

    Gründungswoche Deutschland 2023 - Gemeinsam starten

    Öffnet Einzelsicht
  • 20.10.2023 - Pressemitteilung - Handwerk

    Förderung des Beratungsnetzwerks für Handwerksbetriebe wird fortgesetzt

    Öffnet Einzelsicht
  • 19.10.2023 - Gemeinsame Pressemitteilung - Existenzgründung

    Bundesregierung stockt Zukunftsfonds auf

    Öffnet Einzelsicht
  • 12.09.2023 - Pressemitteilung - Existenzgründung

    Die jungen Gründerinnen und Gründer von heute – der Mittelstand von morgen

    Öffnet Einzelsicht
  • 30.06.2023 - Pressemitteilung - Existenzgründung

    Global Entrepreneurship Monitor Länderbericht Deutschland: Die deutsche Gründungsszene wird weiter jünger und vielfältiger

    Öffnet Einzelsicht
  • 16.06.2023 - Pressemitteilung - Existenzgründung

    Nachfolgerinnen und Nachfolger dringend gesucht – informieren Sie sich beim bundesweiten Aktionstag Unternehmensnachfolge am 21. Juni 2023

    Öffnet Einzelsicht
  • 09.06.2023 - Pressemitteilung - Frauen in der Wirtschaft

    Neue Start-up-Förderung für Gründerinnen aus dem Wissenschaftsbereich

    Öffnet Einzelsicht
  • 07.02.2023 - Pressemitteilung - Existenzgründung

    „INVEST – Zuschuss für Wagniskapital“ wird um weitere vier Jahre verlängert – deutliche Erhöhung des Erwerbszuschusses von bisher 20 % auf 25 %

    Öffnet Einzelsicht

Schlaglichter der Wirtschaftspolitik

Junge Gründerinnen und Gründer sprechen über eine Zeichnung; Thema Existenzgründung; Quelle: Getty Images/Emely