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Artikel - Wirtschaftliche Entwicklung

Konjunktur und Wachstum

Einleitung

DEUTSCHE VOLKSWIRTSCHAFT VOR SCHWIERIGEM WINTERHALBJAHR

Die anhaltend hohen Energiepreise, die steigende Inflation und die damit verbundenen Kaufkraftverluste belasten weiterhin die Aussichten für die deutsche Wirtschaft. Laut Umfragen liegen sowohl die Geschäftserwartungen der Unternehmen als auch das Konsumklima nach wie vor auf Tiefständen. Demgegenüber stehen aber auch einige Erfolge: So ist es der Industrie gelungen, seit Jahresbeginn über 25 % ihres Gasverbrauchs einzusparen und unabhängiger von russischem Erdgas zu werden. Ein Großteil dieser Einsparungen ist auf gesteigerte Effizienz zurückzuführen, da sich die Wirtschaftsleistung vergleichsweise stabil hält. Zudem haben Unternehmen in ihrer Produktion Gas teilweise durch alternative Energiequellen substituieren können. Die Gasspeicher sind Stand Anfang November zu über 99 % gefüllt. Zudem ist die Wirtschaft laut der Meldung des Statistischen Bundesamts im dritten Quartal entgegen den Erwartungen um preisbereinigt +0,4 % gegenüber dem Vorquartal spürbar gewachsen.

Die weiteren Aussichten sind dennoch stark eingetrübt. Die Industrieproduktion insgesamt ist zwar am aktuellen Rand stabil, im Berichtsmonat September wuchs sie um 0,7 %. Deutliche Rückgänge waren aber bereits seit Jahresanfang in den energieintensiven Bereichen des Verarbeitenden Gewerbes zu verzeichnen – sie liegen rund zehn Prozent unter dem Niveau vom Jahresanfang. Zudem waren die Auftragseingänge auch im September stark rückläufig (-4,0 %) und sprechen für eine weiter abkühlende Nachfrage. Auch der Ausblick für den Außenhandel bleibt pessimistisch: Im September lagen sowohl Ausfuhren als auch Einfuhren im Minus. Der Anstieg der Verbraucherpreise erreichte derweil im Oktober einen neuen Höchstwert von +10,4 % gegenüber Vorjahr. Dies ist der höchste Wert seit über 70 Jahren.

Unter dem Strich bestätigt sich das Bild der Herbstprojektion vom 12. Oktober, nach der die Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr noch ein Wachstum von 1,4 Prozent aufweisen dürfte, welches vor allem auf die positive Entwicklung in den ersten drei Quartalen zurückzuführen ist. Im Winterhalbjahr 2022 / 2023 dürfte die deutsche Wirtschaft dann in eine Rezession rutschen. Für das Jahr 2023 erwartet die Bundesregierung als Folge im Jahresdurchschnitt einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,4 % im Vorjahresvergleich.

VERBESSERTE LAGE IN DER WELTWIRTSCHAFT
Aktuelle Indikatoren zeigen eine insgesamt robuste Entwicklung des globalen Umfeldes. Die weltweite Industrieproduktion verbesserte sich im August mit +0,5 % leicht gegenüber dem Vormonat und auch der Welthandel legte im August gegenüber dem Vormonat mit +0,7 % etwas zu. Auch die Stimmungsindikatoren am aktuellen Rand signalisieren eine Stabilisierung der weltwirtschaftlichen Lage auf niedrigem Niveau. Der Index von S&P Global (ehemals IHS Markit) lag im September zwar weiter unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, konnte allerdings gegenüber dem Vormonat geringfügig zulegen. Die Zuwächse im Dienstleistungsbereich konnten einen Rückgang im Bereich des Verarbeitenden Gewerbes ausgleichen. Für die kommenden Monate rechnen die Umfrageteilnehmer allerdings mit einem schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld.

Aktuelle Pressemitteilungen

Pressemitteilungen

Weitere Pressemitteilungen zur wirtschaftlichen Lage

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Konjunkturschlaglicht November 2022

Die deutsche Wirtschaft steht vor einer Rezession im Winterhalbjahr.

Gesamtwirtschaft

Die deutsche Konjunktur wird zunehmend durch die anhaltend hohen Energiepreise und die einhergehenden Verluste an Kaufkraft belastet. Auch wenn es im dritten Quartal noch einmal zu leichtem Wachstum gekommen ist, muss im Winterhalbjahr 2022/23 mit einer rückläufigen Wirtschaftsleistung gerechnet werden.

Lesen Sie hier mehr zum Konjunkturschlaglicht im Oktober.

Bruttoinlandsprodukt

Infografik: Bruttoinlandsproduk und ifo Geschäftsklima Bild vergrößern

© StBA, BBk, ifo Institut

Aktuelle Projektion

Wirtschaftliche Entwicklung und Konjunktur

Die Bundesregierung prognostiziert unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz in der Regel dreimal im Jahr die gesamtwirtschaftliche Entwicklung für Deutschland. Rechtliche Grundlage bildet das Vorausschätzungsgesetz.

Die Jahresprojektion im Januar ist Teil des Jahreswirtschaftsberichts der Bundesregierung. Die Frühjahrs- und Herbstprojektionen, üblicherweise im April bzw. Oktober, bilden die Grundlage für die Schätzungen des Steueraufkommens im Arbeitskreis "Steuerschätzungen". Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen orientieren sich bei der Aufstellung ihrer Haushalte an den projizierten gesamtwirtschaftlichen Eckwerten. Auch die Meldungen an die Europäische Union im Rahmen des Stabilitäts- und Wachstumspaktes werden auf Grundlage der Projektionen erstellt.

Die Bundesregierung projiziert die Wirtschaftsentwicklung in der kurzen und mittleren Frist und bestimmt das Produktionspotenzial. Diese Schätzungen sind Grundlage für die Berechnung der maximal zulässigen Nettokreditaufnahme des Bundes nach der nationalen Schuldenregel gemäß Artikeln 109 und 115 des Grundgesetzes. Frühere Projektionen finden Sie im Archiv.

In der aktuellen Herbstprojektion rechnet die Bundesregierung mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um preisbereinigt 1,4 % im Jahr 2022 und -0,4 % im nächsten Jahr.

Die aktuelle Schätzung aus der Herbstprojektion 2022 können Sie hier einsehen.

Kennzahlen zur Herbstprojektion der Bundesregierung

+2,2
Symbolicon für Wachstumskurve

Prozent Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP)
in 2022 erwartet

+3,5
Symbolicon für Münzen und Geldschein

Prozent Wachstum des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP)
in 2022 erwartet

+6,1
Symbolicon für Geld

Prozent Inflationsrate in 2022 erwartet

5,0
Symbolicon für Arbeiter

Prozent Arbeitslosenquote - leichter Rückgang erwartet
in 2022

Videos

Archiv

Weitere Projektionen finden Sie hier

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Schlaglichter der Wirtschaftspolitik

Aktuelle Themen und Analysen

Der monatliche Bericht "Schlaglichter der Wirtschaftspolitik" informiert über die aktuellen Themen der deutschen Wirtschaftspolitik. Mit Analysen und Grafiken bietet er einen kompakten Überblick über die gesamtwirtschaftliche Situation.

Die Tage und Nächte werden kälter. Der Ukraine steht der erste Kriegswinter bevor. Für die Ukrainerinnen und Ukrainer bringt das große Herausforderungen und zusätzliches Leid mit sich. Viele Menschen werden der Kälte weitgehend schutzlos ausgesetzt sein. Dazu trägt auch bei, dass Russland gezielt die ukrainische Energieinfrastruktur angreift. Gerade in dieser Situation müssen wir die Ukraine mehr denn je unterstützen.

Auf die deutsche Wirtschaft wirkt sich der Krieg insbesondere durch die Energiepreissteigerungen aus. Davon sind vor allem die energieintensiven Industriezweige betroffen: Die Produktion ist dort seit Jahresbeginn um 10,4 Prozent zurückgegangen. Zugleich zeigen jüngste Zahlen, dass es großen Teilen der Industrie gelungen ist, substanziell Gas einzusparen, ohne die Produktion zurückzufahren. Hintergründe und Details beleuchten wir in dieser Ausgabe.

Auch das Jahresgutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist in diesem Jahr vom Krieg in der Ukraine und den sich daraus ergebenden wirtschaftlichen Herausforderungen geprägt. Wir stellen Ihnen zentrale Inhalte des Gutachtens der fünf „Wirtschaftsweisen“ vor.

Die Klimakonferenz in Ägypten zeigt: Wir müssen unsere klimapolitischen Anstrengungen intensivieren. Rund die Hälfte der globalen Treibhausgasemissionen gehen auf die Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen zurück. Wir beleuchten in dieser Ausgabe, welchen Beitrag der Leichtbau zur Reduzierung des Rohstoffverbrauchs leisten kann und warum es wichtig ist, Leichtbaumaterialien kreislauffähiger zu machen.

Einen Beitrag zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit kann auch Künstliche Intelligenz (KI) leisten. KI ist darüber hinaus eine Schlüsseltechnologie, die künftig einen wesentlichen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften haben dürfte. In dieser Ausgabe werfen wir einen Blick auf die Herausforderungen der zunehmenden Bedeutung von KI für die Wettbewerbspolitik.

ußerdem betrachten wir, wie sich die Vermögen in Deutschland in der Krise entwickelt haben, und wie die Europäischen Digitalen Innovationszentren zur Digitalisierung im Mittelstand beitragen können.

Archiv

Weitere Schlaglichter der Wirtschaftspolitik

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Analysen

Analysen der Wirtschaftsentwicklung

Herbstgutachten 2022 der Wirtschaftsforschungsinstitute der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose

Die Wirtschaftsforschungsinstitute der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose haben am 29.September 2022 ihr Herbstgutachten vorgestellt. Sie erwarten einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von preisbereinigt 1,4 Prozent im Jahr 2022.

Dashboard Deutschland

Online-Plattform bündelt wirtschaftlich relevante Daten

Mit dem „Dashboard Deutschland“ stellt das Statistische Bundesamt (Destatis) hochaktuelle Informationen zur Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Lage auf einer öffentlich zugänglichen Online-Plattform bereit.

Das im Auftrag des Bundesministeriums des Innern und für Heimat (BMI), des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) entwickelte „Dashboard Deutschland“ bietet mehr als 100 aussagekräftige Indikatoren aus unterschiedlichen Datenquellen zu gesellschaftlich und wirtschaftlich relevanten Themenbereichen wie Gesundheit, Wirtschaft, Mobilität und Finanzen. Das Angebot wird stetig weiter ausgebaut und ist kostenfrei nutzbar.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.dashboard-deutschland.de

Konjunkturstatistik

Konjunkturstatistik

 

Konjunktur

KONJUNKTUR
Grafiken & Tabellen

Schlaglichter - Konjunktur November 2022
Graph zum Thema Wirtschaftliche Entwicklung; Quelle: istockphoto.com/jxfzsy