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Artikel - Wirtschaftliche Entwicklung

Konjunktur und Wachstum

Einleitung

KONJUNKTURELLE FRÜHJAHRSERHOLUNG VERZÖGERT SICH

Nach dem schwachen Jahresendquartal ist auch zu Jahresbeginn 2024 keine spürbare konjunkturelle Belebung der deutschen Wirtschaft erkennbar. Zwar haben die Industrieproduktion und – infolge der günstigen Witterung – der Bau zu Jahresbeginn positiv tendiert. Auch der deutsche Warenhandel, insbesondere der Export, startete mit deutlichen Zuwächsen in das neue Jahr. Diese Entwicklungen stellen aber zum Teil eine Gegenbewegung zu den deutlichen Rückgängen zum Jahresende 2023 dar.

Gleichzeitig waren die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe – ohne Berücksichtigung der hohen monatlichen Schwankungen durch Großaufträge – im Januar in der Tendenz weiter abwärtsgerichtet und auch die Einzelhandelsumsätze entwickelten sich zu Jahresbeginn erneut rückläufig. Stimmungsbasierte Frühindikatoren zeigen aktuell noch keine nachhaltige Trendumkehr an: Die Stimmung in den Unternehmen hat sich laut ifo Geschäftsklima im Februar zwar leicht aufgehellt. Dabei bewerten die Unternehmen den Ausblick auf die kommenden Monate positiver, die Beurteilung der Lage verharrt aber weiter auf niedrigem Niveau. Vor dem Hintergrund verlängerter Lieferzeiten infolge der Angriffe auf Schiffe im Roten Meer und den Streik bei der Bahn haben laut ifo Institut auch die Materialengpässe wieder etwas zugenommen.

Bei der Stimmung der privaten Haushalte in Deutschland, abgebildet im GfK-Konsumklima und dem HDE-Konsumbarometer, deutet sich zuletzt eine Bodenbildung an. Allerdings bleibt die Anschaffungsneigung trotz der gestiegenen Einkommenserwartungen auf einem niedrigen Niveau, während die Sparneigung den höchsten Stand seit Juni 2008 erreicht.

Angesichts der insgesamt noch schwachen Indikatorenlage und der weiter hohen Unsicherheit der privaten Haushalte sowie der Unternehmer*innen gehen die meisten Wirtschaftsforschungsinstitute in ihren jüngsten Konjunkturprognosen für das erste Quartal 2024 von einem erneuten, leichten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts aus. Erst im weiteren Jahresverlauf ist im Zuge weiter rückläufiger Inflationsraten, steigender Löhne und Einkommen, einer anhaltend stabilen Arbeitsmarktentwicklung und zunehmenden Impulsen von der Außenwirtschaft mit einer spürbaren konjunkturellen Belebung zu rechnen.

WELTWEITE NACHFRAGE SCHEINT SICH ZU NORMALISIEREN

Im Dezember nahm die weltweite Industrieproduktion gegenüber dem Vormonat um +0,5 % zu, im Vorjahresvergleich lag sie damit um 2,5 % im Plus. Die weltweite Industriekonjunktur, die sich infolge der erhöhten Unsicherheit durch geopolitische Konflikte, der nachwirkenden Zinserhöhungen und der auslaufenden pandemiebedingten Stützungsmaßnahmen im vergangenen Jahr schwach entwickelte, scheint sich damit langsam zu stabilisieren. Auch die Einkaufsmanagerindizes in wichtigen Handelspartnerländern Deutschlands haben sich etwas aufgehellt, z.B. in den USA und im Euroraum. Sie signalisieren aber vielerorts noch keine nachhaltige konjunkturelle Belebung. Der Stimmungsindikator von S&P Global hat im Februar seinen Aufwärtstrend fortgesetzt und liegt nun mit 52,1 Punkten über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Dabei verbesserte sich die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe (von 50,0 auf 50,3 Punkte) und auch die Dienstleister blicken etwas optimistischer in die Zukunft (+0,1 Punkte auf 52,4 Punkte). Die Normalisierung der globalen Nachfrage scheint damit weiter voranzuschreiten.

Der Welthandel nahm im Dezember um 1,0 % gegenüber dem Vormonat zu, nachdem es im November zu einer Unterbrechung des Aufwärtstrends gekommen war. Aktuelle Frühindikatoren weisen auf eine weitere Stabilisierung des globalen Handels hin. Der RWI/ISL-Containerumschlag-Index ist im Januar (saisonbereinigt) von 125,7 auf 126,5 Punkte gestiegen, was allerdings ausschließlich auf chinesische Häfen zurückzuführen war, wo der Index durch das chinesische Neujahrsfest verzerrt ist. In allen anderen Weltregionen zeigte sich ein Rückgang, so auch beim Nordrange-Index für europäische Häfen. Dieser sank von 101,5 auf 99,4 Punkte, was vor allem auf die Angriffe im Roten Meer zurückzuführen sein dürfte, weil viele Frachtschiffe den Umweg um Afrika fahren.

Im weiteren Jahresverlauf ist mit einer Erholung des Welthandels zu rechnen. Nach Abschluss der Lagerkorrekturen und einer Normalisierung der Nachfrage, die sich nach der Pandemie von Gütern hin zu (weniger handelsintensiven) Dienstleistungen verschoben hatte, dürfte der Welthandel wieder mit ähnlichen Raten wie die Wertschöpfung zunehmen.

Aktuelle Pressemitteilungen

Pressemitteilungen

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Konjunkturschlaglicht März 2024

Noch keine Frühjahrsbelebung in Sicht

Gesamtwirtschaft

Deutsche Wirtschaft zu Jahresbeginn noch verhalten. Nachdem die Wirtschaftsleistung im Jahresendquartal 2023 preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,3 % gegenüber dem Vorquartal gesunken war, ist die Stimmung in den Unternehmen und unter den Verbraucher*innen weiterhin gedämpft. Ein erneuter BIP-Rückgang im ersten Quartal diesen Jahres ist nicht auszuschließen. Im weiteren Jahresverlauf ist aber eine insbesondere binnenwirtschaftlich getragene Erholung zu erwarten.

Lesen Sie hier mehr zum Konjunkturschlaglicht im März.

Aktuelle Projektion

Wirtschaftliche Entwicklung und Konjunktur

Die Bundesregierung prognostiziert unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz in der Regel dreimal im Jahr die gesamtwirtschaftliche Entwicklung für Deutschland. Rechtliche Grundlage bildet das Vorausschätzungsgesetz.

Die Jahresprojektion im Januar/Feburar ist Teil des Jahreswirtschaftsberichts der Bundesregierung. Die Frühjahrs- und Herbstprojektionen, üblicherweise im April bzw. Oktober, bilden die Grundlage für die Schätzungen des Steueraufkommens im Arbeitskreis "Steuerschätzungen". Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen orientieren sich bei der Aufstellung ihrer Haushalte an den projizierten gesamtwirtschaftlichen Eckwerten. Auch die Meldungen an die Europäische Union im Rahmen des Stabilitäts- und Wachstumspaktes werden auf Grundlage der Projektionen erstellt.

Die Bundesregierung projiziert die Wirtschaftsentwicklung in der kurzen und mittleren Frist und bestimmt das Produktionspotenzial. Diese Schätzungen sind Grundlage für die Berechnung der maximal zulässigen Nettokreditaufnahme des Bundes nach der nationalen Schuldenregel gemäß Artikeln 109 und 115 des Grundgesetzes. Frühere Projektionen finden Sie im Archiv.

In der aktuellen Jahresprojektion rechnet die Bundesregierung im Jahr 2024 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von preisbereinigt 0,2 % und von 1,0 % im nächsten Jahr.

Die aktuelle Schätzung aus der Jahresprojektion 2024 können Sie hier einsehen.

Kennzahlen zur Jahresprojektion der Bundesregierung

-0,4
Symbolicon für Wachstumskurve

Prozent Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP)
in 2023 und 1,3% in 2024 erwartet

+2,8
Symbolicon für Münzen und Geldschein

Prozent Wachstum des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP)
in 2023 und 3,0 in 2024 erwartet

+6,1
Symbolicon für Geld

Prozent Inflationsrate in 2023 erwartet und 2,6% in 2024 erwartet

5,7
Symbolicon für Arbeiter

Prozent Arbeitslosenquote - erwartet
in 2023 und in 2024

Archiv

Weitere Projektionen finden Sie hier

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Schlaglichter der Wirtschaftspolitik

Aktuelle Themen und Analysen

Der monatliche Bericht "Schlaglichter der Wirtschaftspolitik" informiert über die aktuellen Themen der deutschen Wirtschaftspolitik. Mit Analysen und Grafiken bietet er einen kompakten Überblick über die gesamtwirtschaftliche Situation.

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein prosperierendes Wirtschaftsleben zu ermöglichen und gleichzeitig unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten ist eine der großen Aufgaben unserer Zeit. Die Herausforderungen, die bewältigt werden müssen, um dieser Aufgabe gerecht zu werden, sind vielfältig. Sie betreffen nicht nur den Schutz des Klimas, sondern beispielsweise auch die Wahrung der biologischen Vielfalt. Das Konzept der planetaren Grenzen greift diese verschiedenen Herausforderungen auf. Planetare Grenzen zeigen an, wann die natürlichen Lebensgrundlagen gefährdet werden. Im Fokus dieser Ausgabe steht die Frage, wie das Konzept der planetaren Grenzen dabei helfen kann, das Zusammenspiel von Wirtschaften und Ökologie auszuleuchten.

Klar ist: Wirtschaftspolitik muss, will sie sich langfristig als erfolgreich erweisen, aktiv zur Transformation in Richtung Klimaneutralität beitragen. Die gute Nachricht ist: Werkzeuge dafür sind vorhanden – und sie werden genutzt: Ein Beispiel dafür ist das vom BMWK am 12. März nach intensiven Vorarbeiten gestartete Programm der Klimaschutzverträge. Diese Verträge sollen moderne, klimafreundliche Produktionsverfahren in den energieintensiven Industriebranchen anstoßen und auf diese Weise die Transformation vorantreiben. So werden Arbeitsplätze gesichert und die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt.

Um die Auswirkungen klimabedingter Umweltveränderungen und Politikmaßnahmen noch besser zu verstehen, hat das BMWK außerdem ein Forschungsgutachten in Auftrag gegeben, das die Auswirkungen von Klimaschutz, Klimaanpassung und Klimawandel auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in den Blick nimmt. Die Erkenntnisse der Studie sollen ermöglichen, Politik noch zielgerichteter zu gestalten. Klar ist auch, dass wir in Zukunft deutlich mehr grünen Strom zur Deckung unseres Energiebedarfs benötigen werden. Im Rahmen eines weiteren Forschungsvorhabens des BMWK wird anhand von Zukunftsszenarien untersucht, wie Deutschland das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 erreichen kann. Zu den beiden vorstehend beschriebenen Forschungsarbeiten erwarten Sie in dieser Ausgabe aufschlussreiche Berichte.

Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, eine anregende Lektüre.

Archiv

Weitere Schlaglichter der Wirtschaftspolitik

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Analysen

Analysen der Wirtschaftsentwicklung

Herbstgutachten 2023 der Wirtschaftsforschungsinstitute der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose

Die Wirtschaftsforschungsinstitute der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose haben am 28.September 2023 ihr Herbstgutachten vorgestellt. Sie erwarten einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von preisbereinigt 0,6 Prozent im Jahr 2023.

Dashboard Deutschland

Online-Plattform bündelt wirtschaftlich relevante Daten

Mit dem „Dashboard Deutschland“ stellt das Statistische Bundesamt (Destatis) hochaktuelle Informationen zur Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Lage auf einer öffentlich zugänglichen Online-Plattform bereit.

Das im Auftrag des Bundesministeriums des Innern und für Heimat (BMI), des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) entwickelte „Dashboard Deutschland“ bietet mehr als 100 aussagekräftige Indikatoren aus unterschiedlichen Datenquellen zu gesellschaftlich und wirtschaftlich relevanten Themenbereichen wie Gesundheit, Wirtschaft, Mobilität und Finanzen. Das Angebot wird stetig weiter ausgebaut und ist kostenfrei nutzbar.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.dashboard-deutschland.de

Konjunkturstatistik

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Konjunktur

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Grafiken & Tabellen

Schlaglichter - Konjunktur März 2024
Graph zum Thema Wirtschaftliche Entwicklung; Quelle: istockphoto.com/jxfzsy

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