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Artikel - Wirtschaftliche Entwicklung

Konjunktur und Wachstum

Einleitung

GÜNSTIGER JAHRESAUSGANG 2022, ABER SCHWACHER START INS JAHR 2023

Nach ersten vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes legte das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2022 um 1,9 % zu. Damit befand sich die deutsche Wirtschaft trotz des Krieges in der Ukraine und der damit zusammenhängenden Energiepreiskrise auf Wachstumskurs. Gründe für den vergleichsweise positiven Verlauf waren vor allem Nachholeffekte beim privaten Konsum und der Produktion nach dem Corona-Einbruch sowie im Jahresverlauf nachlassende Lieferengpässe. Dennoch dürften die zunehmend bei den Verbrauchern ankommenden Preissteigerungen infolge der damit verbundenen Kaufkraftverluste die Aussichten für den privaten Konsum spürbar dämpfen. Auch wenn die Industrie im Durchschnitt bislang vergleichsweise gut mit den gestiegenen Energiepreisen klarkommt, sind die Auswirkungen der Energiepreiskrise insbesondere in den energieintensiven Bereichen sichtbar. So lag die Produktion in der besonders betroffenen chemischen Industrie im November rund 20 % unter dem durchschnittlichen Niveau des Jahres 2021. Zusätzlich sorgten die unsicheren wirtschaftlichen Perspektiven und steigende Zinsen dafür, dass viele Investitionsprojekte zunächst zurückgestellt wurden. Insbesondere am Bau verlief die Entwicklung im letzten Vierteljahr schwach, weil die Finanzierung deutlich teurer geworden ist.

Die Lage in der Industrie stellt sich zuletzt aber günstiger dar. So stabilisierte sich die Industrieproduktion nach einem schwachen Start ins vierte Quartal im November wieder. Das ifo Geschäftsklima hat sich im Dezember weiter aufgehellt, auch weil sich in den kommenden Monaten die Materialengpässe weiter abbauen dürften. Ebenso haben die Beschlüsse der Bundesregierung zur Gas- und Strompreisbremse dazu beigetragen, dass sich die Stimmung in den Unternehmen, aber auch bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern weiter verbessert hat. Der Ausblick auf die Industriekonjunktur im ersten Quartal des neuen Jahres bleibt aber angesichts einer weiterhin schwachen Nachfrage verhalten. Die Weltwirtschaft hat sich zuletzt wieder abgekühlt, was die heimische Industrie in Form deutlich nachlassender Aufträge aus dem Ausland zu spüren bekommt.

ABKÜHLUNG IN DER WELTWIRTSCHAFT

Aktuelle Indikatoren zeigen eine insgesamt schwache Entwicklung des globalen Umfeldes. Der Welthandel nahm im Oktober spürbar um 1,6 % gegenüber dem Vormonat ab. Die weltweite Industrieproduktion verringerte sich um 0,6 %, nachdem sie in den beiden Vormonaten noch zugelegt hatte. Auch die Stimmungsindikatoren am aktuellen Rand sprechen für eine schwache Entwicklung über die Wintermonate. Der Index von S&P Global (ehemals IHS Markit) lag im Dezember weiter unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten und notierte zuletzt bei 48,2 Punkten.

Aktuelle Pressemitteilungen

Pressemitteilungen

Weitere Pressemitteilungen zur wirtschaftlichen Lage

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Konjunkturschlaglicht Januar 2023

Die deutsche Wirtschaft hat sich im letzten Jahr widerstandsfähiger als erwartet erwiesen und ist real um 1,9 % gewachsen.

Gesamtwirtschaft

In diesem Winterhalbjahr ist mit einer wirtschaftlichen Abschwächung zu rechnen. Laut den letzten Umfragen des ifo Instituts schauen fast alle Branchen zuversichtlicher auf die kommenden Monate als zuvor.

Lesen Sie hier demnächst mehr zum Konjunkturschlaglicht im Januar.

Bruttoinlandsprodukt Jahresergebnisse

Infografik: Bruttoinlandsproduk und ifo Geschäftsklima Bild vergrößern

© StBA, BBk, ifo Institut

Aktuelle Projektion

Wirtschaftliche Entwicklung und Konjunktur

Die Bundesregierung prognostiziert unter Federführung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz in der Regel dreimal im Jahr die gesamtwirtschaftliche Entwicklung für Deutschland. Rechtliche Grundlage bildet das Vorausschätzungsgesetz.

Die Jahresprojektion im Januar ist Teil des Jahreswirtschaftsberichts der Bundesregierung. Die Frühjahrs- und Herbstprojektionen, üblicherweise im April bzw. Oktober, bilden die Grundlage für die Schätzungen des Steueraufkommens im Arbeitskreis "Steuerschätzungen". Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen orientieren sich bei der Aufstellung ihrer Haushalte an den projizierten gesamtwirtschaftlichen Eckwerten. Auch die Meldungen an die Europäische Union im Rahmen des Stabilitäts- und Wachstumspaktes werden auf Grundlage der Projektionen erstellt.

Die Bundesregierung projiziert die Wirtschaftsentwicklung in der kurzen und mittleren Frist und bestimmt das Produktionspotenzial. Diese Schätzungen sind Grundlage für die Berechnung der maximal zulässigen Nettokreditaufnahme des Bundes nach der nationalen Schuldenregel gemäß Artikeln 109 und 115 des Grundgesetzes. Frühere Projektionen finden Sie im Archiv.

In der aktuellen Jahresprojektion rechnet die Bundesregierung mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um preisbereinigt 0,2 % im Jahr 2023 und 1,8 % im nächsten Jahr.

Die aktuelle Schätzung aus der Jahresprojektion 2023 können Sie hier einsehen.

Kennzahlen zur Jahresprojektion der Bundesregierung

+2,2
Symbolicon für Wachstumskurve

Prozent Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP)
in 2022 erwartet

+3,5
Symbolicon für Münzen und Geldschein

Prozent Wachstum des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP)
in 2022 erwartet

+6,1
Symbolicon für Geld

Prozent Inflationsrate in 2022 erwartet

5,0
Symbolicon für Arbeiter

Prozent Arbeitslosenquote - leichter Rückgang erwartet
in 2022

Archiv

Weitere Projektionen finden Sie hier

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Schlaglichter der Wirtschaftspolitik

Aktuelle Themen und Analysen

Der monatliche Bericht "Schlaglichter der Wirtschaftspolitik" informiert über die aktuellen Themen der deutschen Wirtschaftspolitik. Mit Analysen und Grafiken bietet er einen kompakten Überblick über die gesamtwirtschaftliche Situation.

Liebe Leserin, lieber Leser,

Am 25. Januar hat das Bundeskabinett den Jahreswirtschaftsbericht 2023 beschlossen. Er zeigt, dass Deutschland die wirtschaftlichen Folgen des völkerrechtswidrigen russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine bislang gut bewältigt hat. Wir haben die Krise beherrschbar gemacht und die Situation gemeinsam gemeistert, als Gesellschaft, die zusammensteht. Die Krise ist noch nicht vorbei, aber auch für dieses Jahr sind die Projektionen verhalten optimistisch. Die Bundesregierung erwartet einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,2 Prozent.

Der Jahreswirtschaftsbericht steht im Fokus dieser Ausgabe. Die Bundesregierung legt darin insbesondere dar, wie sie die Transformation zu einer ökologisch wie sozial nachhaltigen und innovationsgetriebenen Volkswirtschaft gestalten und die Weichen für eine Sozial-ökologische Marktwirtschaft stellen will.

Zu diesen Weichenstellungen gehört, dass wir Europa industriepolitisch strategischer aufstellen und resilienter machen. Wie das gelingen kann, haben wir bei der Industriekonferenz im November 2022 diskutiert. Das BMWK hat die Konferenz gemeinsam mit dem Bündnis „Zukunft der Industrie“ ausgerichtet – wir berichten dazu in dieser Ausgabe.

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine stellt nicht zuletzt eine Zäsur für die deutsche Energieversorgung dar. Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern ist nicht nur das klimapolitische, sondern auch das sicherheitspolitische Gebot der Stunde. Wichtige politische Weichen dafür haben wir 2022 gestellt, nun gilt es gemeinsam mit allen Akteuren das Tempo weiter zu erhöhen.

58 Prozent des deutschen Energieverbrauchs entfällt auf Wärme. Die Wärmewende ist somit ein unverzichtbarer Bestandteil der Energiewende. Das BMWK stärkt daher die Forschung zu klimaneutraler Wärme und Kälte mit einem entsprechenden Förderaufruf. Mehr Informationen dazu und Einblicke in die Potenziale der Forschung für die Wärmewende finden Sie in dieser Ausgabe.

Über 30 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland entfallen auf den Gebäudesektor – auch hier spielt die Wärme eine große Rolle. Um die Einsparpotenziale im Gebäudebereich zu heben, fördert das BMWK die Online-Klimaschutzberatung, die sich an private Haushalte, Unternehmen, Kommunen und Bildungseinrichtungen richtet. Wir stellen Ihnen das Beratungsangebot vor.

Außerdem informieren wir über die laufende Neuausrichtung des Netzwerks der Mittelstand-Digital Zentren. Die Zentren sind eine Säule des Förderschwerpunkts „Mittelstand-Digital“, mit dem das BMWK insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sowie das Handwerk, aber auch Start-ups bei einer ganzheitlichen und auf Nachhaltigkeit ausgerichteten digitalen Transformation unterstützt.

Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, eine interessante Lektüre.

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Weitere Schlaglichter der Wirtschaftspolitik

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Analysen

Analysen der Wirtschaftsentwicklung

Herbstgutachten 2022 der Wirtschaftsforschungsinstitute der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose

Die Wirtschaftsforschungsinstitute der Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose haben am 29.September 2022 ihr Herbstgutachten vorgestellt. Sie erwarten einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von preisbereinigt 1,4 Prozent im Jahr 2022.

Dashboard Deutschland

Online-Plattform bündelt wirtschaftlich relevante Daten

Mit dem „Dashboard Deutschland“ stellt das Statistische Bundesamt (Destatis) hochaktuelle Informationen zur Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Lage auf einer öffentlich zugänglichen Online-Plattform bereit.

Das im Auftrag des Bundesministeriums des Innern und für Heimat (BMI), des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) entwickelte „Dashboard Deutschland“ bietet mehr als 100 aussagekräftige Indikatoren aus unterschiedlichen Datenquellen zu gesellschaftlich und wirtschaftlich relevanten Themenbereichen wie Gesundheit, Wirtschaft, Mobilität und Finanzen. Das Angebot wird stetig weiter ausgebaut und ist kostenfrei nutzbar.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.dashboard-deutschland.de

Konjunkturstatistik

Konjunkturstatistik

 

Konjunktur

KONJUNKTUR
Grafiken & Tabellen

Schlaglichter - Konjunktur Dezember 2022
Graph zum Thema Wirtschaftliche Entwicklung; Quelle: istockphoto.com/jxfzsy