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Artikel - Energiewende im Gebäudebereich

Effiziente Gebäude

Einleitung

Knapp 35 Prozent unserer gesamten Endenergie werden in Deutschland für Gebäude verbraucht, vor allem für Heizung und Warmwasser. Dabei gilt: Wo viel verbraucht wird, und wo ein Sanierungsstau besteht, lässt sich auch viel einsparen. In energieeffizienten Gebäuden lassen sich außerdem erneuerbare Energien besser einbeziehen.

Bundesförderung für effiziente Gebäude

© BMWK

Geringere Energiekosten, mehr Wohnkomfort, ein höherer Immobilienwert und ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz: Das sind fünf gute Gründe, in den eigenen vier Wänden auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien zu setzen. Starten Sie jetzt Ihre persönliche Energiewende! Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) unterstützt Sie dabei mit attraktiven Förderprogrammen.

Kosten runter, Komfort rauf

Seit dem Jahr 2006 wurden über 6 Millionen Wohnungen, über 7.000 gewerblich genutzte Gebäude und über 4.000 Gebäude von sozialen Einrichtungen, wie Kindergärten und Schulen, energieeffizient saniert bzw. neu gebaut – und haben dabei von staatlichen Fördergeldern profitiert. Klar ist: Wer saniert, kann sich unter anderem über niedrigere Heizkosten und ein behagliches Raumklima freuen.

Gebäudeziel Bundes-Klimaschutzgesetz

In 2030 dürfen im Gebäudesektor nach dem Bundes-Klimaschutzgesetz noch höchstens 67 Millionen Tonnen CO2 emittiert werden. Dies entspricht einem Rückgang um 68 Prozent gegenüber 1990. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, wurden im Klimaschutzprogramm 2030 sowie dem Klimaschutz-Sofortprogramm für 2022 zusätzliche, wirkungsvolle Maßnahmen beschlossen. Mehr zum Klimaschutzprogramm 2030 erfahren Sie hier und mehr zum Klimaschutz-Sofortprogramm 2022 hier.

Aufgrund einer Zielverfehlung der zulässigen Jahresemissionsmenge für den Sektor Gebäude nach dem Bundes-Klimaschutzgesetz im Jahr 2020 in Höhe von 2 Millionen Tonnen CO2 haben das BMWK und BMI ein Sofortprogramm 2020 für den Gebäudebereich vorgelegt, das die Bundesregierung als „Maßnahmenprogramm Gebäude 2020“ beschlossen hat. Mehr zum Sofortprogramm 2020 für den Gebäudebereich und zum Maßnahmenprogramm Gebäude 2020 erfahren Sie hier.

Langfristige Renovierungsstrategie

Mit der Langfristigen Renovierungsstrategie hat die Bundesregierung einen Fahrplan für den nationalen Gebäudebereich mit Maßnahmen und Indikatoren zur Erreichung der langfristigen Klimaziele festgelegt und Wege und Anreize zur Sanierung von Gebäuden aufgezeigt. Für eine Zielerreichung benötigen wir beides, energieeffizientere Gebäude und einen höheren Anteil erneuerbarer Energien. Die Strategie integriert den Strom-, Wärme- und Effizienzbereich und schafft damit einen klaren Handlungsrahmen für die Energiewende im Gebäudebereich. Sie knüpft an die Energieeffizienzstrategie Gebäude (Langfassung) (PDF, 2 MB) aus 2015 an. Mehr zur Strategie erfahren Sie hier.

Informationsoffensive „Energiewechsel”

Energieeffizienz lohnt sich: Denn die sauberste und günstigste Energie ist die, die wir gar nicht erst verbrauchen. Damit die Energiewende ein Erfolg wird, wollen wir noch effizienter mit Strom und Wärme umgehen. Ob Austausch der alten Heizungsanlage oder der Einbau energiesparender Fenster: Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützen wir Privathaushalte, Unternehmen und Kommunen bei ihren Maßnahmen für mehr Energieeffizienz. Das hilft der Umwelt, sorgt für mehr Wohnkomfort und schont den Geldbeutel. Mehr Informationen finden Sie auf www.energiewechsel.de.

Mit Forschung und Innovation fit für die Zukunft

Eine breit aufgestellte und praxisnahe Energieforschung ist Voraussetzung, um die Herausforderungen der Energiewende im Gebäudesektor langfristig und nachhaltig zu meisten. Sie liefert die Grundlagen für technologische Innovationen und trägt dazu bei, die nötigen Konzepte, Verfahren und Techniken zu entwickeln, um Effizienzpotenziale zu erschließen und die Integration erneuerbarer Energien auszubauen. Das BMWK hat die Förderschwerpunkte im Bereich Gebäude und Quartiere in der Forschungsinitiative EnergiewendeBauen zusammengefasst. Sie ist Teil des 7. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung und adressiert sowohl technologiespezifische als auch technologieübergreifende Querschnittsthemen.

Deutschland macht's effizient

© BMWi

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Beratung

Gut beraten, gut saniert

Erst die qualifizierte Energieberatung, dann die Sanierung: Denn fundierte Information und Expertise sind die Voraussetzungen für eine kluge Entscheidung über eine energetische Sanierung.

0Vom ersten Überblick bis zur konkreten Analyse gibt es für jeden Bedarf ein passendes Informations- und Beratungsangebot.

Erster Überblick: Beratungsangebot der Verbraucherzentralen

Wer sich einen ersten Überblick verschaffen will und Tipps zum Energiesparen sucht, ist bei den Verbraucherzentralen an der richtigen Adresse: Ihr Informationsangebot reicht von Online- und Telefonberatung über Beratungsgespräche bis hin zu Terminen bei Ihnen zu Hause.

„Gebäude-Check” der Verbraucherzentralen

Interessant für Hauseigentümer ist der "Gebäude-Check": In einem rund zweistündigen Vor-Ort-Termin nimmt ein Energieberater der Verbraucherzentrale Ihren Energieverbrauch unter die Lupe und gibt Ihnen erste Handlungsempfehlungen zum Energiesparen mit auf den Weg. Die Kosten betragen für Sie gerade einmal 30 Euro, denn alle Energieberatungsangebote der Verbraucherzentralen werden vom BMWK mit der „Bundesförderung für Energieberatung der Verbraucherzentralen“ gefördert. Weitere Informationen gibt die kostenlose Hotline der Verbraucherzentralen unter der Rufnummer 0800 - 809 802 400.

„Heiz-Check” der Verbraucherzentralen

Zusätzlich zum "Gebäude-Check" bieten die Verbraucherzentralen einen "Heiz-Check" an, der für Besitzer von Heizungsanlagen interessant ist. Hierbei steht die Effizienz des Heizsystems in der Praxis im Vordergrund. Verbraucherinnen und Verbraucher erhalten hier in einem zweistündigen Vor-Ort-Termin von Energieberatern praktische Tipps zur Optimierung ihrer Heizung und können so Geld sparen. Dieses Angebot kostet ebenfalls nur 30 Euro, denn alle Energieberatungsangebote der Verbraucherzentralen werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert.

Praktisches Werkzeug: Der Sanierungskonfigurator

Der Sanierungskonfigurator des BMWK ist ein Online-Tool, mit dem Sie ganz einfach am Rechner beginnen können, Ihr Haus auf den neuesten Stand zu bringen und Energiekosten zu sparen. Dafür machen Sie zuerst Angaben zum Ist-Zustand Ihres Gebäudes, zum Beispiel: Wann wurde es gebaut? Wie groß ist es? Welche Heizung ist eingebaut? Wie alt ist die Heizung? Anschließend können Sie zwischen verschiedenen Sanierungsmöglichkeiten wählen: Möchten Sie die Fassade dämmen? Neue Fenster einsetzen? Oder lieber die Heizungsanlage austauschen? Mit dem Online-Tool können Sie nach ein paar Klicks und Angaben zu Ihrem Gebäude abschätzen, welche Sanierungsmaßnahmen sich für Sie wirklich lohnen: www.sanierungskonfigurator.de.

Vor-Ort-Beratung mit Energieeffizienz-Experten

Um den konkreten Sanierungsbedarf zu ermitteln und ein schlüssiges Gesamtkonzept zu erstellen, lohnt sich eine persönliche "Vor-Ort-Beratung". Damit diese Beratung für jeden erschwinglich ist, wird sie vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mit Zuschüssen in Höhe von bis zu 80 Prozent über die „Energieberatung für Wohngebäude (Vor-Ort-Beratung, individueller Sanierungsfahrplan)“ gefördert. Die Energieberaterinnen und Energieberater machen konkrete Vorschläge, welche Sanierungsmaßnahmen passend für Ihr Haus ergriffen werden könnten und wie diese durch den Bund finanziell gefördert werden.

Eine qualifizierte Energieberatung für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU), Nicht-KMU mit einem Gesamtenergieverbrauch von bis zu 500.000 kWh jährlich sowie für Kommunen und gemeinnützige Organisationen wird über die Bundesförderung „Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme“ (EBN) mit einem Zuschuss in Höhe von bis zu 80 Prozent finanziell unterstützt. Eine Vor-Ort-Beratung erfolgt in drei Schritten – wie genau, das erfahren Sie in unserem Themenportal „80 Millionen gemeinsam für Energiewechsel”.

Der individuelle Sanierungsfahrplan

Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) wird im Rahmen der Energieberatung für Wohngebäude (EBW) mit einem Zuschuss in Höhe von 80 Prozent finanziell unterstützt. Der iSFP ist ein digitales Planungsinstrument für die schrittweise energetische Gebäudesanierung. Die Gebäudeenergieberaterinnen und Gebäudeberater erstellen mit dem iSFP einen verständlichen Überblick über die in einem Gebäude anstehenden Sanierungen und fassen diese zu sinnvollen, maßgeschneiderten Maßnahmenpaketen zusammen. Neben Energieeinsparpotenzialen und den Einsatzmöglichkeiten für erneuerbare Energien werden auch die dafür notwendigen Investitionen abgeschätzt sowie die Heizkosten- und CO2-Einsparungen ausgewiesen. Details erfahren Sie auf „80 Millionen gemeinsam für Energiewechsel“.

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) werden energetische Fachplanungs- und Baubegleitungsleistungen im Zusammenhang mit der Umsetzung von Einzelmaßnahmen mit 50 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst. Hierzu zählt auch eine akustische Fachplanung. Diese Leistungen müssen durch Energieeffizienz-Fachleute oder einen zusätzlich zu diesem beauftragten Dritten erbracht werden.

Weitere Informationen erhalten Sie in unserem Themenportal 80 Millionen gemeinsam für Energiewechsel.

Zahlen und Fakten zur Energiewende im Gebäudebereich

knapp 35
Symbolicon für Hasuhalt

Prozent der gesamten Endenergie
in Deutschland werden durch Gebäude verbraucht – vor allem für Warmwasser und Heizung

6
Symbolicon für Haus mit Tür

Millionen Wohnungen
wurden seit dem Jahr 2006 in Deutschland energetisch saniert oder neu gebaut und haben dabei von staatlichen Fördergeldern profitiert.

18,4
Symbolicon für Geldscheine

Milliarden Euro
umfasste im Jahr 2021 das Zusagevolumen im Rahmen der Förderprogramme des BMWK, mit denen die Verbreitung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt und die Steigerung von Energieeffizienz in Gebäuden vorangetrieben wird.

bis zu 50
Symbolicon für Summe in Euro

Prozent des Darlehensbetrags
werden bei einem KfW-Kredit von maximal 150.000 Euro für die Sanierung der eigenen vier Wände als Tilgungszuschuss übernommen – alternativ können Sie einen direkten Investitionszuschuss in derselben Höhe erhalten

Bundesförderung für effiziente Gebäude

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz bündelt die Förderung von Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien im Gebäudebereich.

Sie besteht aus drei Teilprogrammen:

  • BEG WG (Neubau und Komplettsanierung von Wohngebäuden zum Effizienzhaus),
  • BEG NWG (Neubau und Komplettsanierung von Nichtwohngebäuden zum Effizienzgebäude) und
  • BEG EM (Sanierung mit Einzelmaßnahmen an Wohn- und Nichtwohngebäuden), die jeweils in einer Zuschuss- und einer Kreditvariante angeboten werden.
Struktur der BEG

© BMWK

Zuständig für die Durchführung der BEG sind die KfW und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Die Förderung erfolgt entweder durch einen nicht rückzahlbaren Investitionszuschuss (Zuschuss) für Einzelmaßnahmen beim BAFA oder in Form eines zinsgünstigen Kredits in Verbindung mit einem Tilgungszuschuss aus Bundesmitteln (Kredit) für Komplettsanierungen oder den Neubau bei der KfW.

Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Kommunen, Unternehmen und gemeinnützige Einrichtungen.

Förderanträge müssen vor Vorhabenbeginn gestellt werden. Als Vorhabenbeginn gilt dabei der „Abschluss eines der Ausführung zuzurechnenden Lieferungs- oder Leistungsvertrags“. Planungs- und Beratungsleistungen dürfen allerdings vor Antragstellung erbracht werden. Vorbereitende Maßnahmen (z. B. Aufräumarbeiten, Abrissarbeiten, Bodenuntersuchungen etc.) auf dem Grundstück sind ebenfalls vor Antragstellung erlaubt.

Die für die Umsetzung der Maßnahme notwendigen Umfeldmaßnahmen (z. B. Ausbau und Entsorgung einer Altheizung) werden in die förderfähigen Kosten einbezogen.

Leistungen von Energieeffizienz-Expertinnen und -Experten können mit 50 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst werden.

Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM)

Mit der BEG EM werden Einzelmaßnahmen in Bestandsgebäuden wie nachfolgend dargestellt gefördert (ab 15.08.2022)::


StandardBoniMax.
Einzelmaßnahmen Zuschuss ZuschussiSFP 1)Heizungs-Tausch 3)Effiziente WärmepumpeSaubere Biomasse 4)Max. Fördersatz
Solarthermie25 %-- -25%
Biomasse 2)10%-10%-5%20%
Wärmepumpe25%-10%5%40%
Innovative Heizungstechnik25%-10%-35%
EE-Hybrid25%-10%5%40%
EE-Hybrid mit Biomasseheizung 2)20%-10%5%5%35%
Wärme-/Gebäudenetzanschluss25%-10%-35%
Gebäudenetz Errichtung/Erweiterung25%---25%
Gebäudehülle15%5%--20%
Anlagentechnik 15%5%--20%
Heizungsoptimierung15%5%--20%

Gebäudehülle betrifft Maßnahmen rund um die Dämmung von Außenwänden und Dach.

1) iSFP-Bonus: Bei Umsetzung einer Sanierungsmaßnahme als Teil eines im Förderprogramm „Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude“ (EBW) geförderten individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) erhöht sich der Fördersatz zusätzlich um 5 Prozentpunkte. Die Maßnahme muss hierfür jedoch innerhalb eines Zeitraums von maximal 15 Jahren nach Erstellung des iSFP umgesetzt werden.
2) Innovationsbonus: Bei Einhaltung eines Emissionsgrenzwertes für Feinstaub von max. 2,5 mg/m3 ist ein zusätzlicher Förderbonus von 5 Prozent möglich.
3) Der Heizungs-Tausch-Bonus wird für den Austausch von Öl-, Gas-, Kohle-, und Nachtspeicherheizungen gewährt. Der Bonus wird auf funktionierende Heizungen beschränkt. Gasheizungen müssen ein Mindestalter von 20 Jahren aufweisen (Ausnahme: Gasetagenheizungen). Nach dem Austausch darf das Gebäude nicht mehr mit fossilen Brennstoffen im Gebäude oder gebäudenah beheizt werden.
4) Es wird ein Bonus von 5 %-Punkten für Wärmepumpen gewährt, wenn als Wärmequelle Wasser, Abwasser oder Erdreich erschlossen wird.

Die Höchstgrenze förderfähiger Kosten beträgt bei Wohngebäuden max. 60.000 Euro pro Wohneinheit und bei Nichtwohngebäuden max. 1.000 Euro pro m2 Nettogrundfläche, insgesamt max. 5 Millionen Euro.

Das Mindestinvestitionssumme beträgt 2.000 Euro, bzw. 300 Euro bei der Heizungsoptimierung.

Bundesförderung für effiziente Gebäude –
Nichtwohngebäude (BEG NWG) und Wohngebäude (BEG WG)

Die systemischen Maßnahmen, mit denen bei der Sanierung oder beim Neubau von Gebäuden eine Effizienzgebäude-Stufe erreicht wird, werden in der BEG WG und BEG NWG gefördert. Die BEG gilt für alle Wohngebäude (WG), zum Beispiel für Eigentumswohnungen, Ein- und Mehrfamilienhäuser oder Wohnheime, und für alle Nichtwohngebäude (NWG), zum Beispiel für Gewerbegebäude, kommunale Gebäude oder Krankenhäuser.

Ein Effizienzgebäude zeichnet sich durch eine energetisch optimierte Bauweise und Anlagentechnik aus und erreicht die in den technischen Mindestanforderungen definierten Vorgaben an die Gesamtenergieeffizienz (Bezugsgröße: Primärenergiebedarf) und an die Energieeffizienz der Gebäudehülle (Bezugsgröße: Transmissionswärmeverlust) für eine Effizienzgebäude-Stufe. Dabei gilt: Je kleiner die Zahl, desto energieeffizienter ist ein Gebäude.

Fördersätze
Effizienzgebäude-Stufe im Neubau
EffizienzgebäudeFördersatz TilgungszuschussMax. Kredithöhe
Effizienzhaus 40 NH5 %120.000 Euro
StandardBoniMax.
Systemische Maßnahmen
Sanierung Kredit
TilgungszuschussZinsvergünstigung max.EENHWorst Performing Building
(ab 22.09.)
Max. Fördersatz
EH/EG Denkmal5%15%5%5%-25%
EH 855%15%5%5%-25%
EH/EG 70 10%15%5%5%-30%
EH/EG 5515%15%5%5%5%40%
EH/EG 4020%15%5%5%5%45%

Die EE-Klasse wird erreicht, wenn mindestens 55 Prozent der Wärme- und Kälteversorgung des Gebäudes aus erneuerbaren Energien stammt.

Ein Effizienzgebäude erreicht die NH(Nachhaltigkeits)-Klasse, wenn diesem von einer akkreditierten Zertifizierungsstelle ein „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“ auf der Grundlage einer Zertifizierung des Gebäudes entsprechend der Gewährleistungsmarkensatzungen und der Siegeldokumente zuerkannt wurde. Alle Informationen zum „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“ werden auf dem Informationsportal Nachhaltiges Bauen veröffentlicht: www.nachhaltigesbauen.de/austausch/beg.

Eine Kombination von EE-Klasse und NH-Klasse ist nicht möglich.

Die Höhe der förderfähigen Kosten beim Neubau für das Effizienzhaus 40 NH betragen bis zu 120.000 Euro je Wohneinheit. Bei der Sanierung von Wohngebäuden beträgt die Höhe der förderfähigen Kosten 120.000 Euro je Wohneinheit, beim Erreichen der EE- oder NH-Klasse beträgt sie bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit. Bei Nichtwohngebäuden liegen die förderfähigen Kosten bei 2.000 Euro/m² Nettogrundfläche, maximal jedoch bei insgesamt 10 Millionen Euro. Weitere Informationen finden Sie auf www.energiewechsel.de.

Häufig gestellte Fragen zur Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Warum gibt es jetzt überhaupt eine Reform der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

Bei wem beantrage ich die BEG?

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Erneuerbare Energien – Premium

Erneuerbare Energien – Premium

Zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz werden durch die KfW in dem Programm Erneuerbare Energien – Premium für große, gewerbliche Anlagen vergeben. Diese können beispielsweise Wäschereien, Hotels oder kommunale Eigenbetriebe in Anspruch nehmen, die in Biomasse-Heizkraftwerke investieren oder dafür ausgelegte Wärmenetze errichten.

Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Zuschuss Brennstoffzelle

Zuschuss Brennstoffzelle

Natürliche Personen, Wohnungseigentümergemeinschaften, Freiberuflich Tätige, In- und ausländische Unternehmen, Contracting-Geber, Kommunen, kommunale Unternehmen und kommunale Zweckverbände sowie Gemeinnützige Organisationen und Kirchen können einen Antrag auf Förderung einer innovativen Brennstoffzellen-Heizung stellen.

Die Förderung umfasst den Einbau von stationären Brennstoffzellen-Heizungen mit einer Leistung von 0,25 kW bis 5 kW. Dabei muss die Brennstoffzelle in die Wärme- und Stromversorgung des Gebäudes eingebunden sein. Ob der Einbau im Rahmen eines Neubaus oder einer energetischen Sanierung durchgeführt wird, spielt keine Rolle.

Die Förderung der Energieeffizienz-Maßnahme erfolgt über reine Investitionszuschüsse mit bis zu 40 Prozent der förderfähigen Kosten – maximal 34.300 Euro pro Brennstoffzelle. Es gibt einen Grundbetrag von 6.800 Euro. Dieser wird ergänzt durch einen leistungsabhängigen Betrag von 550 Euro je angefangener 100 Watt elektrische Leistung.

Das Förderprogramm wird durch die KfW administriert. Für die Antragstellung ist ein Energieeffizienz-Experte oder eine Energieeffizienz-Expertin aus der „Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes“ einzubinden. Weitere Informationen zum Antragsverfahren zur Förderung von Heizungen mit Brennstoffzellen bekommen Sie hier.

Serielle Sanierung

Bundesförderung Serielle Sanierung

Am 7. Mai 2021 ist das BMWK-Programm zur Förderung der Seriellen Sanierung gestartet. Die Serielle Sanierung ist eine innovative Methode zur Gebäudesanierung: Mit vorgefertigten Dach- und Fassadenelementen sowie vorgefertigter Haustechnik sollen Gebäude schnell und hochwertig energetisch saniert werden. Die Bundesförderung Serielle Sanierung fördert die Entwicklung, Erprobung und Herstellung neuartiger Verfahren und Komponenten der Seriellen Sanierung und setzt dadurch neue Impulse für die Energiewende im Gebäudebereich als Bestandteil des Klimaschutzprogramms 2030.

Die Gebäudesanierung stellt auch Immobilienunternehmen vor große Herausforderungen – von hohen Investitionen über aufwendige Planungen bis hin zu geringer Akzeptanz der Maßnahmen im vermieteten Gebäudebestand. Oftmals fehlen im Handwerk verfügbare Kapazitäten, um die Maßnahmen umzusetzen, und Baufirmen melden Kapazitätsengpässe durch den zunehmenden Fachkräftemangel. In Summe führt das zu steigenden Baukosten, -verzögerungen und Umsetzungen mit suboptimaler energetischer Qualität. Insgesamt verharrt die Sanierungsquote auf einem Niveau, das, gemessen an den Klimaschutzzielen im Gebäudebereich, zu gering ist.

Hier setzt die Serielle Sanierung an, die technische Möglichkeiten zur industriellen Vorfertigung nutzt und damit den Weg für die Beschleunigung der energetischen Sanierung von bestehenden Gebäuden unter Verwendung abseits der Baustelle vorgefertigter Fassaden- bzw. Dachelemente einschließlich damit verbundener Anlagentechnik sowie deren Montage an bestehende Gebäude ebenen soll. Die vorgefertigten Elemente weisen dabei einen so hohen Vorfertigungsgrad auf, dass sich im Vergleich zur herkömmlichen Sanierung der handwerkliche Aufwand vor Ort reduzieren lässt.

Durch die Entwicklung, Erprobung und Herstellung neuartiger Verfahren und Komponenten und setzt die Bundesförderung Serielle Sanierung somit bereits im Vorfeld der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) an, die etwa Einzelmaßnahmen wie den Heizungstausch und Komplettsanierungen zum Effizienzhausstandard umfasst. Damit entsteht ein wichtiger neuer Förderbaustein im Bereich der energetischen Optimierung des Gebäudebestands.

serielle-sanierung-02

Was wird gefördert?

Fördergegenstand ist primär die Entwicklung neuartiger Verfahren und Komponenten der Seriellen Sanierung im Rahmen konkreter Pilotprojekte.
Die Förderung ist in drei Module aufgeteilt.

Modul I: Durchführbarkeitsstudien

Im Rahmen von Durchführbarkeitsstudien kann für geplante Pilotprojekte die technische, rechtliche und wirtschaftliche Machbarkeit einer Seriellen Sanierung untersucht werden. Daneben können zur Vorbereitung der in Modul II förderfähigen Entwicklungsvorhaben Studien bezuschusst werden, in denen der Forschungs- und Entwicklungsaufwand quantifiziert wird.

Die Förderung beträgt:

  • 60 Prozent der förderfähigen Kosten für kleine und mittlere Unternehmen (KMU);
  • 50 Prozent der förderfähigen Kosten für alle sonstigen Antragsberechtigten.

Die Kosten sind bis zu 150.000 Euro pro Studie förderfähig.

Modul II: Entwicklung / Erprobung serieller Sanierungskomponenten für individuelle Pilotprojekte

In Modul II soll die Entwicklung und Erprobung serieller Sanierungskomponenten gefördert werden. Dies beinhaltet:

  • die konzeptionelle und praktische Entwicklung der Vorfertigung oder auch die Optimierung von Abläufen sowie Geschäftsmodellen auf Hersteller-, Verarbeiter- und Nutzerseite

und

  • die Herstellung von Muster- und Prototypelementen und deren Erprobung am Gebäude, sofern hierdurch weiterer Erkenntnisgewinn für die Entwicklung der Komponenten der Seriellen Sanierung erwartet wird.

Die zu entwickelnden Lösungen sollen serientauglich und leicht anzupassen sein. Das bedeutet, dass sich die Komponenten und Verfahren zukünftig auf andere Sanierungsmaßnahmen übertragen lassen und so zu einer marktgetriebenen Kostendegression beitragen können. Die Gesamtförderquote für die Entwicklung beträgt maximal 40 Prozent der förderfähigen Kosten, bzw. 50 Prozent bei kleinen und mittleren Unternehmen.

Kosten für die erprobende Anwendung von Komponenten der Seriellen Sanierung in Pilotprojekten sind ebenfalls förderfähig. Die Förderquoten hierfür betragen bei Anlagen zur Bereitstellung von Wärme aus erneuerbaren Energien 45 Prozent, bzw. 55 Prozent bei KMU, bzw. beim Einsatz von Komponenten zur Steigerung der Energieeffizienz 30 Prozent, bzw. 40 Prozent bei KMU, der förderfähigen Kosten.

Insgesamt sind bis zu fünf Millionen Euro der Kosten für das Pilotprojekt förderfähig.

Modul III: Ergänzende Investitionsbeihilfen zum Aufbau von Produktionskapazitäten serieller Sanierungskomponenten

In Modul III wird der Aufbau von Produktionskapazitäten zur industriellen Vorfertigung von Fassaden- und Dachelementen und damit verbundener Anlagen- und Gebäudetechnik gefördert, welche als Komponenten die Kriterien der Seriellen Sanierung erfüllen.

Die Förderung beträgt:

  • 20 Prozent der förderfähigen Kosten bei kleinen Unternehmen und Kleinstunternehmen;
  • 10 Prozent der förderfähigen Kosten bei mittleren Unternehmen.

Die Kosten für den Aufbau von Produktionskapazitäten sind bis zu zehn Millionen Euro pro Maßnahme förderfähig.

Wie wird die Förderung beantragt?

Die Bundesförderung Serielle Sanierung wird durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) verwaltet. Die Antragstellung erfolgt online.

Antragsberechtigt für die Module I und II sind

  • Unternehmen
  • gemeinnützige Organisationsformen im Sinne des § 52 Abgabenordnung,
  • eingetragene Genossenschaften,
  • Konsortien im Sinne des Artikel 25 Absatz 6 Buchstabe b Ziffer i AGVO,
  • Contractoren, die die in dieser Richtlinie genannten Maßnahmen im Rahmen eines Contractingvertrags für einen der vorstehend genannten Antragsberechtigten durchführen.

Antragsberechtigt für das Modul III sind KMU im Sinne der Empfehlung 2003/361/EG der Kommission von Mai 2003.

Weitere Informationen zum Programm und den Förderkonditionen sind erhältlich beim BAFA unter www.bafa.de sowie per E-Mail an serielles.sanieren@bafa.bund.de.

Steuern sparen

Steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung

Seit dem 1. Januar 2020 lassen sich mit der energetischen Gebäudesanierung Steuern sparen. Steuerlich absetzbar sind Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zum Heizen mit erneuerbaren Energien, die an selbstgenutztem Wohneigentum umgesetzt werden. Hierzu zählen etwa der Austausch einer Heizung, der Einbau neuer Fenster oder die Dämmung von Dächern und Außenwänden.

Dabei sind 20 Prozent der Aufwendungen steuerlich abzugsfähig, verteilt über drei Jahre und maximal 40.000 Euro pro Wohnobjekt. Bei der energetischen Baubegleitung und Fachplanung sind abweichend davon sogar 50 Prozent der hierfür anfallenden Kosten förderfähig. Voraussetzung ist, dass die Wohnung oder das Wohngebäude bei Beginn der Maßnahme mindestens zehn Jahre alt ist.

Die steuerliche Förderung kann erstmalig mit der Einkommensteuererklärung für 2020 im Jahr 2021 geltend gemacht werden. Der Steuererklärung muss dazu eine Bescheinigung des ausführenden Fachunternehmens oder einer Energieberaterin bzw. eines Energieberaters beigefügt werden. Damit wird die ordnungsgemäße Durchführung der Sanierungsmaßnahme bestätigt. Eine vorherige Antragstellung ist nicht erforderlich. Bitte beachten Sie die steuerlichen Vorschriften in ihrer jeweils aktuellen Fassung und wenden Sie sich mit Detailfragen an Ihren Steuer- oder Energieberater bzw. Ihre Steuer- oder Energieberaterin.

Die steuerliche Förderung kann alternativ zu den bestehenden Förderprogrammen des Bundes in Anspruch genommen werden. Gebäude- und Wohnungseigentümerinnen und -eigentümer können sich also entscheiden: Entweder wählen sie die steuerliche Förderung oder sie beantragen die investive Förderung beim BAFA oder der KfW.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Faktenblatt.

Häufig gestellte Fragen zur steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung

Welche Maßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung werden gefördert?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

Wie hoch ist die steuerliche Förderung?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

Wer profitiert von der steuerlichen Förderung?

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Häufig gestellte Fragen zur Wärmedämmung bei Gebäuden

Lohnt sich Wärmedämmung für Haus- und Wohnungsbesitzer wirklich?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

Warum ist die energetische Gebäudesanierung wichtig für den Erfolg der Energiewende?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

Verursacht die Herstellung der Dämmmaterialien mehr Energieaufwand als die Dämmung selbst letztendlich einspart?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

Treibt die Wärmedämmung die Mietpreise in die Höhe?

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Rechtlicher Rahmen

Gebäudeenergiegesetz (GEG): Zusammenführung des Energieeinsparrechts und der Nutzung erneuerbarer Energien für Gebäude

Das Gebäudeenergiegesetz legt einerseits die gesetzlichen Anforderungen an die energetische Qualität (insb. Wärmeschutz) fest. Des Weiteren fordert es einen bestimmten Anteil erneuerbare Energien für die Wärme- oder Kälteversorgung des Gebäudes. Eine Novellierung für 2022 wird derzeit vorbereitet.

Die gesetzlichen Anforderungen des Energieeinsparrechts zielen darauf ab, in Gebäuden aller Art Energie einzusparen und den Einsatz von erneuerbaren Energien zu befördern. So werden die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und deren Importbedarfe gesenkt, die Versorgung sicherer gemacht und das Klima geschützt.

Das Gebäudeenergiegesetz ist am 1. November 2020 in Kraft getreten.

Das Gebäudeenergiegesetz führt die bislang separaten Regelungen im Energieeinsparungsgesetz, der Energieeinsparverordnung und dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz zusammen. Durch diese Vereinheitlichung lässt sich das Energieeinsparrecht leichter anwenden und umsetzen. Zudem erhalten Bauherren mehr Flexibilität bei der Erfüllung der energetischen Anforderungen.

Nähere Informationen zu den geltenden Gesetzen und Verordnungen erhalten Sie hier.

Wärmepumpen

Wärmepumpen als Schlüsselrolle

Wärmepumpen können einen wichtigen Beitrag leisten, um unabhängiger von fossilen Energieimporten zu werden und Klimaneutralität in 2045 zu erreichen. Sie beziehen einen Großteil der Energie zum Heizen aus ihrer Umgebung und auch der benötigte Strom wird zunehmend dekarbonisiert.

Wärmepumpe

© stock.adobe.com/Sevda Ercan

Nicht nur für Neubau, auch im Bestand interessant

Im Neubau haben sich Wärmepumpen bereits als Standard-Heizsystem etabliert, aber auch in Bestandsgebäuden können sie eine gute Lösung sein. Es gibt sie in verschiedenen Arten als Luft-, Sole-Wasser, Grundwasser-Wärmepumpen oder als Kombination mit einem anderen Wärmeerzeuger in einem Hybridsystem.

Eine Wärmepumpe entzieht der Umgebung Wärme und führt diese nach innen ins Haus. Das Prinzip ist damit das gleiche wie bei einem Kühlschrank – nur eben umgekehrt.

Wärmepumpenoffensive der Bundesregierung

2021 wurden über 150.000 Wärmepumpen neu installiert, insgesamt sind bereits mehr als 1 Million Wärmepumpen im Betrieb. Trotz steigender Installationszahlen machen Wärmepumpen aber nur 17 Prozent von über 900.000 insgesamt in 2021 neu installierten Heizungen aus. Es gibt also viel zu tun – vor allem im Gebäudebestand.
Mit Vertreterinnen und Vertretern aus Handwerk Industrie, Netzbetreibern und Sozialpartnern haben sich das BMWK und BMWSB beim Wärmepumpengipfel am 29.06.2022 auf gemeinsame Ziele verständigt – 500.000 Wärmepumpen sollen ab 2024 jährlich neu installiert werden. In einer gemeinsamen Erklärung benennen die Beteiligten verschiedene Bereiche, in denen Handlungsbedarf besteht, damit der Hochlauf gelingt.

Die gemeinsame Absichtserklärung mit allen Unterzeichnenden finden Sie hier (PDF, 121 KB).

Weitere Informationen zur Funktionsweise und Förderung von Wärmepumpen finden Sie auf den Seiten der Energiewechsel-Kampagne hier und auf dem Infoportal der Verbraucherzentralen hier.

Offshore-Windpark zum Thema Energiewende; Quelle: ABB

© ABB

Unsere Energiewende: sicher, sauber, bezahlbar

Zum Artikel

Forschung

Forschung für energieoptimierte Gebäude und Quartiere

Im Gebäudebereich bildet Forschung und Entwicklung einen wichtigen Baustein, um die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung zu erreichen. Ohne Innovationen lassen sich klimaneutrale Gebäude und Quartiere, gerade im Bestand, nur schwer erreichen. Wirtschaftliche und technisch zuverlässige Lösungen, die auch der Vielfalt des gebauten Bestands Rechnung tragen, bilden dazu eine wichtige Grundlage. Weitere Anstrengungen in Forschung und Entwicklung sind notwendig, auch um die Wirtschaftlichkeit innovativer Lösungen zu verbessern. Ein schneller Ergebnistransfer von der Forschung in die Praxis ist entscheidend, um Innovationen zügig und erfolgreich in den Markt zu bringen.

In 2018 hat die Bundesregierung mit dem 7. Energieforschungsprogramm „Innovationen für die Energiewende“ ihre Leitlinien für die Energieforschungsförderung der kommenden Jahre festgelegt. Sie verfolgt dabei einen neuen strategischen Ansatz - der Fokus richtet sich auf den Technologie- und Innovationstransfer.

Der Bereich Gebäude und Quartiere umfasst ein breites Themenspektrum. Innovationen zu Baustoffen und Materialien sowie die Weiterentwicklung von bautechnischen Komponenten und Gebäudetechnik bilden die Basis für ortsangepasste, integrierte Konzepte. Neben der Entwicklung einzelner Gebäudetechnologien und gebäudeintegrierter EE-Erzeugung gewinnt das systemische Zusammenspiel der Gebäude untereinander und mit der lokalen Energieinfrastruktur an Bedeutung. Die Zunahme dezentraler Versorgungsstrukturen, die Verknüpfung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität bedingt die Notwendigkeit einer zunehmenden Flexibilisierung im Bereich der netzgebundenen Versorgungsstrukturen. Die Komplexität der lokalen Energiesysteme durch fluktuierende Einspeisungen und Entnahmen bedarf einer weitreichenden digitalen Vernetzung und Steigerung der Flexibilität auf der Nachfrageseite, um die Versorgungssicherheit weiterhin gewährleisten zu können.

In Abschnitt „3.1 Gebäude und Quartiere“ der Förderbekanntmachung (PDF, 1 MB) zum 7. Energieforschungsprogramm finden Sie die aktuellen Förderschwerpunkte.

Die Bundesregierung bündelt die Förderung von Forschung, Entwicklung und Demonstration für energieeffiziente Gebäude und Quartiere in der Forschungsinitiative Energiewendebauen. Um Ergebnisse der Energieforschung direkt zu den Akteuren der Energiewende zu transferieren und um den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und staatlicher Förderpolitik zu unterstützen, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz das Forschungsnetzwerk Energiewendebauen gegründet. Einen zentralen Beitrag zur Forschungsinitiative leistet auch die wissenschaftliche Begleitforschung Energiewendebauen, die Arbeitsprogramme und Ergebnisse der Forschungs- und Demonstrationsvorhaben sammelt und auswertet, mit allen Beteiligten diskutiert und so aufbereitet, dass diese in der Planungs- und Entscheidungsfindungspraxis nachhaltig Eingang finden können.

Die Webseite www.energiewendebauen.de gibt einen Einblick in geförderte Projekte und Forschungsergebnisse im Bereich Gebäude und Quartiere des 7. Energieforschungsprogramms.

Auch auf internationaler Ebene wird die Vernetzung weiter ausgebaut, unter anderem in den Arbeitsgruppen des SET-Plans, im europäischen Forschungsprogramm Horizon Europe und den Gremien der IEA.

Solar Decathlon Europe 21

Der Solar Decathlon Europe 21 (SDE21) soll die Energiewende im Gebäudebereich und urbanen Quartieren voranbringen und wird im Rahmen des 7. Energieforschungsprogramms gefördert. Beim SDE21 handelt sich um einen internationalen Hochschulwettbewerb für nachhaltiges Bauen und Leben in der Stadt, der erstmals in Deutschland, in Wuppertal stattfindet. Dazu treten 18 Teams aus elf Ländern an und planen und bauen die Stadt von morgen, mit voll funktionsfähigen Häusern, die dann auch für Besucher und Besucherinnen offen und erlebbar sind. Der Wettbewerb findet pandemiebedingt im Juni 2022 statt.

ArKol

Gute Nachrichten für Architekten und Techniker: Ein Forschungskonsortium unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme hat Solarkollektoren entwickelt, die sich ästhetisch ansprechend in transparente und lichtundurchlässige Gebäudehüllen integrieren lassen. Mit den neu entwickelten Jalousien und Streifenkollektoren lassen Fassadenflächen sich jetzt besser für die Wärmeerzeugung nutzen. Da diese zusätzlich den Kühlbedarf und damit den Energieverbrauch senken und zu gelungenem Design beitragen, hat die Internationale Energieagentur (IEA) ArKol ausgezeichnet: als eines der besten "Today in the lab tomorrow in future "-Projekte. In 2020 startete bereits das Folgeprojekt „Destini“.

Wind-Solar-Wärmepumpen-Quartier

Bis zu 50 Prozent Primärenergie können bei der Wärmeversorgung von Quartieren mit Kompressionswärmepumpen eingespart werden. Voraussetzung hierfür: Sie kommen statt mit einem ungeregelten Betrieb im Quartiersverbund optimal geregelt zum Einsatz. Am Beispiel von zwei Quartieren in der Nähe von Hameln und Augsburg zeigen die Beteiligten im Forschungsprojekt „EnEff:Stadt Verbundvorhaben: Wind-Solar-Wärmepumpen-Quartier“, dass dies möglich ist. Die Zusammenhänge von Eigenverbrauch, Erzeugung erneuerbarer Energien und die Wirtschaftlichkeit spielen hierbei eine wichtige Rolle. Mit welchen Betriebsstrategien optimale Werte erreicht werden können, untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter Leitung des Instituts für Solarenergieforschung in Hameln.

Energiewende-Plattform Gebäude

Gemeinsam die Energiewende im Gebäudebereich voranbringen

Die Energiewende-Plattform Gebäude identifiziert gemeinsam mit Akteuren aus Immobilienwirtschaft, Gewerbe, Industrie sowie der Verbraucherseite und der öffentlichen Hand die vielfältigen Potenziale des Gebäudesektors für die Energiewende und erarbeitet konkrete Maßnahmen.

In der Energiewende Plattform Gebäude kommen die relevanten Interessensgruppen aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und den betroffenen Ressorts sowie der Länder zusammen. In den Sitzungen werden aktuelle Entwicklungen vorgestellt und diskutiert sowie die gebäudebezogenen Ergebnisse und Zwischenstände der Arbeitsgruppen der beiden Energiewende-Plattformen Energieeffizienz und Gebäude besprochen.

Mehr zur Arbeit und zu den Ergebnissen der Energiewende Plattform Gebäude finden Sie hier.

Glossar Energiewende

Symbolicon für Buch

Von Abwärme bis Wirkungsgradprinzip: Das Glossar erläutert wichtige Begriffe rund um das Thema Energiewende.

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Pressemitteilungen

  • 22.09.2021 - Pressemitteilung - Energiewende im Gebäudebereich

    Altmaier: „Rekordmittel für die Gebäudesanierung sind wichtiges Signal für mehr Klimaschutz und Arbeitsplätze“

    Öffnet Einzelsicht
  • 29.07.2021 - Gemeinsame Pressemitteilung - Energiewende im Gebäudebereich

    Mehr als 2,7 Milliarden Euro seit Jahresbeginn für energetische Sanierung bewilligt

    Öffnet Einzelsicht
  • 01.07.2021 - Pressemitteilung - Energiewende im Gebäudebereich

    Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) startet bei der KfW

    Öffnet Einzelsicht
  • 21.05.2021 - Gemeinsame Pressemitteilung - Energieeffizienz

    100.000er Antrag für energetische Gebäudesanierung

    Öffnet Einzelsicht

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