Das Handwerk ist ein wichtiger Motor für Wachstum und Wohlstand in Deutschland. Mit mehr als 1 Million Betrieben stellt es einen wesentlichen Teil des Mittelstands dar. Darüber hinaus ist das facettenreiche Handwerk „Ausbilder der Nation“: Über 28 Prozent aller Auszubildenden sind im Handwerk beschäftigt. Mit dem Aufgreifen der Themen Digitalisierung und Energieeffizienz sichert das Handwerk seine Zukunftsfähigkeit.

Die Handwerkspolitik der Bundesregierung unterstützt Investitionen in Neugründungen, Umstrukturierungen, Unternehmensnachfolgen und Erweiterungen von Handwerksbetrieben, die berufliche Aus- und Fortbildung sowie die Fachkräftegewinnung und den Technologietransfer.

Beratungsnetzwerk im Handwerk

Um die Handwerksbetriebe bei der Bewältigung immer größer werdenden Herausforderungen zu unterstützen, fördert das BMWK anteilig Beratungs-, Informations- und Technologietransferstellen der Handwerksorganisationen zur Information und qualifizierten, neutralen Beratung aller Handwerksbetriebe. Die Förderung dient dabei auch der Stärkung der Innovationskraft der Handwerksbetriebe sowie ihrer Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit. Eine Beratung ist dabei jeweils speziell auf die Anforderungen der Handwerksbetriebe ausgelegt. Bundesweit werden bis zu 620 Beratungsstellen in den Handwerksorganisationen gefördert. Die geförderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Handwerksorganisationen sollen den Betrieben dadurch eine schnell erreichbare, kostenfreie, betriebsnahe, neutrale und unabhängige Beratung zur Verfügung stellen.

Die geförderten Berater weisen jeweils unterschiedliche Spezialisierungsfelder auf. Daher fördert das BMWK drei verschiedene Module.

Zum einen werden Betriebsberaterinnen und -berater (BB) gefördert. Der Aufgabenschwerpunkt der BB liegt in der Beratung von Handwerksbetrieben und Existenzgründern in allen Fragen der Unternehmensführung, der strategischen Weiterentwicklung und von Innovationen zur Anpassung an sich verändernde Wettbewerbs- und Rahmenbedingungen sowie an sonstige Einflussfaktoren wie Umwelt- und Klimawandel, Energie-, Rohstoff- und Ressourcenknappheiten.

Darüber hinaus werden Beratungsstellen für Innovation und Technologie (BIT) gefördert. Die BIT haben die Aufgabe, die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks durch die systematische Steigerung der Innovationsbereitschaft und -fähigkeit sowie die Verbesserung des Wissens- und Technologietransfers ins Handwerk zu erhöhen. Dies erfolgt durch kostenfreie sowie zielgruppenspezifische Beratungs- und Transferangebote im Kontext zukunftsorientierter Technologien. Auch die Unterstützung der immer weiter voranschreitenden Digitalisierung in den Handwerksbetrieben zählt zu den Aufgaben der BIT.

Das dritte Modul stellen die Fachberatungs- und Informationsstellen (FIS) dar. Die FIS unterstützen mit Spezialwissen aus ihren Branchen die gewerkeübergreifend tätigen BB- und BIT-Stellen. Sie erarbeiten dazu ökonomische und technische Informationen, erheben Branchendaten, erstellen Analysen und Prognosen über die wirtschaftlichen und technologischen Entwicklungen. Zudem stehen sie den Betrieben und dem Beratungsnetzwerk als direkter Ansprechpartner bei gewerkspezifischen Fachfragen zur Verfügung.

Grundlage der Maßnahme ab Januar 2024 ist die am 19. Oktober 2023 veröffentlichte Förderrichtlinie zur Förderung eines Beratungsnetzwerks im Handwerk. Zur Veröffentlichung hat Michael Kellner, Parlamentarischer Staatsekretär im BMWK im Rahmen einer Pressemitteilung auf die besondere Wichtigkeit des Handwerks und der Förderung hingewiesen. Die Förderung aller Module wird dabei durch den Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) administriert. Zur Koordination des Netzwerkes der BIT ist die Zentrale Leitstelle für Technologie-Transfer im Handwerk (ZLS) beim Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik (HPI) in Hannover ebenfalls eingebunden.

Sie interessieren sich für die Arbeit des Netzwerks? Dann können Sie sich weitergehende Informationen auf der Homepage des ZDH zu diesem Thema unter https://www.zdh.de/ueber-uns/fachbereich-gewerbefoerderung/informations-und-beratungsnetzwerk/ einholen. Auch die ZLS bietet Ihnen interessante Informationen wie Best-Practice-Beispiele oder die Standorte der BIT im Bundesgebiet.

Wenn Sie als Handwerksbetrieb einen Beratungsbedarf haben, wenden Sie sich gerne an Ihre Handwerkskammer oder Fachverband.

Überbetriebliche Berufsbildungsstätten

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen oftmals vor der Herausforderung, das vorhandene Fachwissen der Mitarbeiter*innen sowie ihre Anlagen und Maschinen stetig auf dem aktuellsten technischen Stand zu halten.

Überbetriebliche Berufsbildungsstätten (ÜBS) liefern hier einen wichtigen Beitrag zur hochwertigen Fort- und Weiterbildung im gesamten Bundesgebiet. Um die Weiterbildung im Mittelstand auf dem neuesten technologischen Stand anbieten zu können, fördert das BMWK mit jährlich weit über insg. 30 Millionen Euro die Investitionen für Bau, Ausstattungen und Modernisierungen in ÜBS. Zudem werden auch Projekte zur digitalen Ausstattung gefördert. Dies dient der Sicherung einer hochwertigen Fort- und Weiterbildung (wie der Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU)) der Fachkräfte aus KMU und unterstützt die Unternehmen im Hinblick auf die immer weiter zunehmende Digitalisierung der Arbeits- und Produktionsprozesse. Zu diesem Thema hat Michael Kellner, Parlamentarischer Staatssekretär beim BMWK der Handwerkskammer Berlin am 12. Juli 2023 einen Förderbescheid über 1,3 Millionen Euro übergeben. Mit dieser Förderung sollen die Werkstätten der Handwerkskammer Berlin für die Meistervorbereitungslehrgänge im Bereich Elektrotechnik digitalisiert werden.

Michael Kellner übergibt einen Förderbescheid an die Handwerkskammer Berlin.

© HWK Berlin

Neue Formate der handwerklichen Aus- und Weiterbildung sind ebenfalls Teil der ÜBS-Förderung. So hat Dr. Sabine Hepperle, Leiterin der Abteilung Mittelstandspolitik im BMWK zusammen mit der Handwerkskammer Schwerin ein sogenanntes „CraftLab“ eröffnet, dass durch das BMWK mit rund 400.000 Euro gefördert wird. Dieser in Deutschland bisher einzige Innovationsraum soll die Aus- und Weiterbildung auf den aktuellsten Stand bringen. Im CraftLab stehen verschiedene Praxisstationen zur Verfügung, an denen beispielsweise Kenntnisse zu digitalen Arbeitsprozessen, 3D-Drucker und Modelling oder mobile 3D-Aufmaßsysteme vermittelt werden können.

Auch im Bereich des Klimaschutzes sorgt die ÜBS-Förderung für Fortschritte. Am 31. August 2023 hat Staatssekretär Michael Kellner ein „Wärmepumpenlabor“ der Handwerkskammer Potsdam eröffnet. Hier sollen Auszubildende, Gesellen sowie Meisterschüler in wichtigen Fragen rund um das Thema „Wärmepumpen“ ausgebildet werden.

Michael Kellner bei der Eröffnung des Wärmepumpenlabors der Handwerkskammer Potsdam.

Antragsberechtigt sind jeweils juristische Personen des öffentlichen Rechts oder im Sinne der Abgabenordnung gemeinnützige juristische Personen des privaten Rechts, die Träger von ÜBS sind.

Weitere Informationen insbesondere zum Antragsverfahren finden Sie im ÜBS-Bereich auf der Homepage des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Das Deutsche Handwerksinstitut

Logo des Deutschen Handwerksinstituts (DHI)

© DHI

Das Deutsche Handwerksinstitut (DHI) ist eine zentrale Forschungs- und Dienstleistungseinrichtung des Handwerks. Es wird vom BMWK aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages mit jährlich über 1,3 Million Euro gefördert. Die Arbeit des DHI wird zudem durch die Bundesländer als auch durch das Handwerk unterstützt.

Das DHI bildet die Dachorganisation von fünf verschiedenen Forschungsinstituten, die ein breites Spektrum an Themen (unter anderem Technologietransfer, betriebs- und volkswirtschaftliche Fragen, Recht, Berufsausbildung) bearbeiten. Die konkreten Themen und Projekte beruhen auf Vorschlägen von Handwerkskammern, handwerklichen Fachverbänden, dem Deutschen Handwerkskammertag (DHKT) sowie den Wirtschaftsministerien von Bund und Ländern. Die Aufgaben werden jeweils für zwei Jahre zu einem Forschungs- und Arbeitsprogramm (FuA) zusammengefasst.

Beispiele für die Forschungsarbeit der Institute lassen sich in den umfangreichen Publikationen wiedererkennen. Unter anderem hat das Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik (HPI) in Hannover im Jahr 2020 eine Studie zur Auswirkung der COVID19-Krise auf das Handwerk veröffentlicht. Hier werden neben den aufgetretenen Belastungen für die Handwerksbetriebe auch potenzielle Zukunftsthemen wie beispielsweise die Digitalisierung auf Grundlage von Befragungen beleuchtet. Auf der Website des DHI finden sich institutsübergreifend Publikationen zu verschiedenen Themen, die für das Handwerk von besonderem Interesse sind.

Die Internationale Handwerksmesse

Das BMWK beteiligt sich an der Internationalen Handwerksmesse (IHM) in München, der weltweit größten Handwerksmesse, und präsentiert dort ein umfangreiches Informations- und Serviceangebot zu aktuellen Themen der deutschen Wirtschaftspolitik mit Schwerpunkt Handwerk. Außerdem fördert das BMWK die Sonderschauen Exempla und Innovation gewinnt!. Auf der Exempla werden spannende Handwerkstechnologien der Zukunft sowie besondere Handwerkskunst präsentiert. Auf dem Firmengemeinschaftsstand stellen besonders ausgewählte innovative Unternehmen neuste Innovationen für das Handwerk aus.

Aufgabe der Exempla ist es, besondere Spitzenleistungen und qualitätsvolle Arbeiten im Rahmen der Handwerksmesse in einer Ausstellung zu zeigen. Im Exempla-Archiv finden Sie Exponate vergangener Exempla-Ausstellungen sowie Informationen zur langjährigen Geschichte der Sonderschau.

Auf der Sonderschau Innovation gewinnt! präsentieren 10 erfindungsreiche Unternehmer aus Mittelstand und Handwerk seit über 25 Jahren ihre Innovationsfähigkeit dem Publikum der Handwerksmesse.

Bundesinnovationspreis im Handwerk

Jedes Jahr wird auf der Internationalen Handwerksmesse (IHM) der Bundespreis für hervorragende innovatorische Leistungen für das Handwerk vergeben. Eine unabhängige Jury unter Vorsitz des BMWK wählt bis zu 10 Preisträger aus, die innovative

  • Produkte,
  • Produktionsverfahren oder
  • Dienstleistungen für das Handwerk

ausstellen. Neben einem für die Preisträger kostenlosen Werbeclip, den diese auch sehr gut im Nachmessegeschäft für Marketingzwecke nutzen können und einem Geldpreis von 5.000 erhalten die Preisträger eine Urkunde mit der Unterschrift des Bundesministers für Wirtschaft und Klimaschutz. Die Kriterien für die Vergabe des Preises sind insbesondere

  • der Neuigkeits- und Schwierigkeitsgrad einer Entwicklung und
  • ihr praktischer Nutzen für das Handwerk.

Auf der IHM 2023 hat Michael Kellner, Parlamentarischer Staatsekretär im BMWK die besonders innovatorischen Leistungen der Preisträger gewürdigt und die Preise feierlich an die Handwerksbetriebe übergeben.

Michael Kellner redet auf der IHM 2023.

© GHM / Astrid Schmidhuber

Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz

Die 2013 als gemeinsame Initiative von BMWi (jetzt BMWK), BMU (jetzt BMUV), DIHK und ZDH ins Leben gerufene Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz (MIE) verfolgt das Ziel, den Dialog zwischen Politik und den mittelständischen Unternehmen in Industrie, Handel und Handwerk zu stärken und KMU bei der Steigerung der Energieeffizienz zu unterstützen.

Das Handwerk soll analog zur Industrie Unterstützung bei der Umsetzung von Energieeinspar- und Klimaschutzmaßnahmen erhalten. Die 1 Mio. Handwerksbetriebe mit ihren 5,62 Mio. Mitarbeitern, sowie die 363.000 Auszubildenden sind umfassend von dem Transformationsprozess im Rahmen der Energie- und Klimapolitik betroffen. Die MIE bietet den Unternehmen einen passfähigen, maßgeschneiderten Instrumentenmix und zielgruppengemäße Unterstützung. Die Instrumente werden über ein Partnernetzwerk (7 Umweltzentren des Handwerks sowie 55 Transferpartner (Handwerkskammern, Verbände, Innungen; Energieagenturen) in die Breite getragen.

Dazu gehören neben der Durchführung von sog. Energieeffizienzdialogen (Einstiegs-Energieberatungen) in den Betrieben auch eine Energieeffizienz-Toolbox, bestehend aus einem umfassenden Online-Leitfaden Energieeffizienz, Modellbetrieben und dem sog. E-Tool (digitales Energiebuch). Darüber hinaus adressiert die MIE die Integration der Themen Energieeffizienz und Klimaschutz in Fort- und Weiterbildungsangebote (z. B. Meisterkurse) ebenso wie das immer wichtiger werdende Thema Mobilität.

Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk

Unterstützung bei der Digitalisierung erhält das Handwerk durch das vom BMWK geförderte Netzwerk der Mittelstand-Digital Zentren, insbesondere das Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk. Dieses hilft Unternehmen bei der Erschließung technischer und wirtschaftlicher Potenziale, die sich aus der digitalen Transformation für das Handwerk ergeben. Unternehmen erhalten Informations-, Qualifizierungs-, Umsetzungs- und Vernetzungsangebote, die in regionalen „Schaufenstern“ entwickelt werden. Das Zentrum bietet bundesweit an 10 Standorten Expertenwissen, Informationen, Schulungen, Demonstrationen und Hilfestellungen für den handwerklichen Mittelstand.

Zudem unterstützt das BMWK mit der Initiative “IT-Sicherheit in der Wirtschaft” Unternehmen darin, ihre IT-Sicherheit zu verbessern. Alle kostenfreien Angebote der Initiative und des Netzwerks der Mittelstand-Digital Zentren zur IT- und Cybersicherheit ­– speziell auch für das Handwerk - finden Sie hier im „Werkzeugkasten der Cybersicherheit“.