Arbeiter in einem Werk stehen für Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe.

© Monty Rakusen/cultura/Corbis

Die Auftragseingänge sind nach Angaben des Statistischen Bundesamts1 im Dezember gegenüber dem Vormonat deutlich gestiegen (+8,9 %), nachdem sie im November unverändert geblieben (0,0 %) und im Oktober merklich zurückgegangen waren (-3,8 %). Allerdings waren die Ordereingänge im Dezember im Vormonatsvergleich wieder stark durch Schwankungen bei Großaufträgen geprägt; ohne diese ergab sich ein Minus von 2,2 %. Die Zunahme der Auftragseingänge insgesamt im Dezember ist vor allem auf ein deutliches Plus von 34,5 % bei der Nachfrage aus dem Euroraum zurückzuführen, aber auch die Inlandsbestellungen legten um 9,4 % zu. Aus dem Nicht-Euroraum kam es indes zu einem Orderrückgang um 7,5 %.

Im Dezember verlief die Auftragsentwicklung in den einzelnen Bereichen des Verarbeitenden Gewerbes unterschiedlich: Vor allem der sonstige Fahrzeugbau und elektrische Ausrüstungen verzeichneten kräftige Zuwächse von 110,9 % bzw. 38,7 %. Auch die Wirtschaftszweige Metallerzeugnisse (+18,0 %), pharmazeutische Erzeugnisse (+8,2 %) und Metallerzeugung (+4,9 %) verbuchten Zunahmen. Die gewichtigen Bereiche Kfz/Kfz-Teile (-14,7 %), Maschinenbau (-5,3 %) und chemische Erzeugnisse (-3,7 %) meldeten hingegen Rückgänge.

Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe setzten mit dem merklichen Plus im Dezember ihre rückläufige Tendenz der vorangegangenen Monate, die auch schon stark von volatilen Großaufträgen beeinflusst war, nicht weiter fort. Im aussagekräftigeren Quartalsvergleich sind die Bestellungen im vierten gegenüber dem dritten Quartal jedoch in etwa konstant geblieben (+0,1 %). Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen gingen sie um 2,6% zurück. Stimmungsindikatoren deuten derzeit auf eine schwache Entwicklung der Industriekonjunktur im ersten Quartal hin. Im weiteren Jahresverlauf dürfte dann eine schrittweise konjunkturelle Erholung im Zuge einer binnenwirtschaftlichen Belebung einsetzen.

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1 Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 6. Februar 2024.