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Artikel - Energie

Sichere und verlässliche Energieversorgung für Privatpersonen und Unternehmen

Einleitung

Durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, die Versuche Russlands, die Gasversorgung als Waffe zu gebrauchen und nicht zuletzt aus der Notwendigkeit, das Klima zu schützen, ergeben sich vielfache Herausforderungen für die deutsche Bundesregierung zur Sicherstellung der Energieversorgung.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ist maßgeblich für diese verantwortlich. Das BMWK nimmt diese Verantwortung wahr unter anderem durch neue Gesetze und Verordnungen sowie Eingriffe in das Marktgeschehen und verfolgt dabei folgende Ziele: Kurzfristig die Sicherstellung unserer Energieversorgung auch durch fossile Energieträger und eine Verringerung der Abhängigkeit vom Import fossiler Energieträger, vor allem aus Russland. Langfristig geht es um die vollständige Dekarbonisierung unserer Energieversorgung durch die Umstellung auf saubere Energie aus Wasser, Wind, Sonne, Biomasse und Geothermie. Dafür wurden bereits viele Schritte unternommen und diesen Weg werden wir fortsetzen.

Eine umfassende und aktuelle Übersicht findet sich hier:

Beschleunigungspaket Ausbau Erneuerbaren-Ausbau

Neue Dynamik für regenerative Energien

Anfang Juli haben Bundesrat und Bundestag die größte energiepolitische Reform seit Jahrzehnten beschlossen. Das insgesamt über 593 Seiten starke Gesamtpaket umfasst fünf Gesetzesnovellen zum Ausbau der Erneuerbaren Energien. Daneben enthält das Paket mit dem Ersatzkraftwerkebereithaltungsgesetz und dem Energiesicherungsgesetz zusätzliche, kurzfristig abrufbare Instrumente für den Fall einer weiteren Zuspitzung der Lage auf den Energiemärkten.

Gasmarkt

Absicherung eines funktionierenden Gasmarktes

Der Gasmarkt ist entscheidend für die Versorgung der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher sowie vieler Unternehmen mit Energie. Um seine Funktionsfähigkeit sicherzustellen, hat die Bundesregierung einige wirksame Maßnahmen in Gang gesetzt. Dazu gehören unter anderem die Rettung des wichtigen Gasversorgers Uniper und ein Schutzschild für besonders von hohen Energiepreisen betroffenen Unternehmen.

Elektrische Direktheizungen

Heizlüfter keine sinnvolle Alternative zur Gasheizung

Die Gasversorgung privater Haushalte ist gesetzlich besonders umfassend geschützt. Trotzdem besteht bei vielen Menschen die Sorge, ihren Wohnraum im Winter nicht ausreichend beheizen zu können. Gleichzeitig ist der Absatz von elektrischen Direktheizungen wie Heizlüftern und Heizstrahlern in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Im folgenden Text wird erklärt, welche Risiken der Einsatz dieser Geräte für das Stromnetz birgt und warum dieser zudem wirtschaftlich nicht sinnvoll ist.

Für den Fall, dass Gas knapp wird, gibt es den Notfallplan Gas. Dieser umfasst drei Stufen:

  • Frühwarnstufe
  • Alarmstufe
  • Notfallstufe

Seit dem 23. Juni 2022 befinden wir uns in der Alarmstufe. Auch in der letzten Stufe, der Notfallstufe, bleiben Haushalte und Fernwärmeanlagen besonders geschützt und die Versorgung mit dem lebenswichtigen Bedarf bleibt gesichert.

Trotzdem bleibt es wichtig, den Gasverbrauch weiter zu verringern, um das Einsparziel in Höhe von 20 Prozent zu erreichen. Wir machen uns dadurch unabhängiger von fossilen Energieimporten, tragen zur Versorgungssicherheit bei und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Angesichts der stark gestiegenen Preise trägt Energiesparen zudem maßgeblich dazu bei, die eigenen Heizkosten zu senken.

Im Rahmen unser Kampagne „Energiewechsel“ geben wir Tipps, wie Sie bereits mit einfachen Maßnahmen deutliche Einsparungen erreichen.

Die Annahme, dass sich der Einsatz elektrischer Direktheizungen finanziell lohnt, ist nachvollziehbar – in den meisten Fällen aber falsch: Strom ist weiterhin deutlich teurer als Gas (in der Regel mindestens doppelt so teuer) – selbst bei den zuletzt gestiegenen Preisen. Es lohnt sich daher nicht, elektrische Direktheizungen als Alternative zu einer Gasheizung zu betreiben.

Zur Veranschaulichung der Kostendifferenz hat der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) eine Beispielrechnung veröffentlicht.

Das Stromnetz und seine Komponenten (z. B. Leitungen und Transformatoren) werden durch Sicherungen vor Überlastungen geschützt. Diese lösen bei einer Überlastung aus, um bleibende Schäden an den Komponenten zu vermeiden. In der Folge kann es zu einem örtlich und zeitlich begrenzten Ausfall einzelner Netzabschnitte kommen.

Durch den vermehrten und zeitgleichen Einsatz von elektrischen Direktheizungen kann es zu solchen Überlastungen kommen, weil das örtliche Stromnetz nicht auf sehr hohe Verbrauchsspitzen ausgelegt ist.

  1. Private Haushalte sind geschützte Kunden – selbst wenn die Notfallstufe des Notfallplan Gas ausgerufen werden sollte, sind sie noch mit Gas zu beliefern, sodass der lebenswichtige Bedarf gesichert ist.
  2. Energiesparen bleibt das Gebot der Stunde – und zwar in mehrfacher Hinsicht: Wir machen uns unabhängiger von fossilen Energieimporten, senken die eigenen Heizkosten und tragen zugleich zum Klimaschutz bei.
  3. Der Einsatz von elektrischen Direktheizungen wie Heizlüftern ist nur auf den ersten Blick eine Alternative zur Gasheizung:
    o Ein regulärer Betrieb dieser Geräte lohnt sich selbst bei den derzeitigen Preisen nicht.
    o Die lokalen Stromnetze sind nicht auf einen flächendeckenden Betrieb dieser Geräte ausgelegt. Um Überlastungen vorzubeugen, sollten elektrische Direktheizungen – wenn überhaupt – nur maßvoll eingesetzt werden.

Energieversorgung

Novellen Energiesicherungsgesetz und Verordnung Gasumlage

Die Formulierungshilfe der Bundesregierung für die Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP zur "Änderung des Energiesicherungsgesetzes und anderer energiewirtschaftlicher Vorschriften" findet sich hier.

Die von April bis August 2022 in den Anhörungsverfahren im BMWK bzw. in der parlamentarischen Anhörungen eingegangen Stellungsnahmen der Verbände sind nachfolgend in einer Übersicht zu finden. Der Überblick erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Personennamen wurden aus Datenschutzgründen geschwärzt.

Bericht zur Versorgungssicherheitsprüfung

Den Bericht zur Versorgungssicherheitsprüfung gem. § 4b Abs. 2 und Abs. 3 EnwWG der Vorgängerregierung vom 26.10.2021 finden Sie hier: Versorgungssicherheitsprüfung (PDF, 460 KB)

Fortschrittsberichte

Deutschland wird unabhängiger von russischem Gas

Vor allem dank neuer Lieferrouten ist es gelungen, den Import russischen Gases zu reduzieren und so an Unabhängigkeit von einem großen Liefer-Staat zu gewinnen. Hier finden sich die bisher veröffentlichten Berichte über die bisher erzielten Fortschritte:

Versorgungssicherheit

Neue LNG-Terminals erhöhen Versorgungssicherheit Deutschlands

Flüssigerdgas macht Deutschland unabhängiger von Importen aus Russland und sichert so eine verlässliche Energieversorgung. An der deutschen Nord- und Ostseeküste werden Anlagen gebaut, um fünf flüssige Erdgasterminals betreiben zu können. Die ersten werden mit Jahreswechsel 2022/23 einsatzbereit sein. Langfristig steigt Deutschland vollständig auf Wasserstoff um. Dafür wird die dann bestehende Infrastruktur genutzt.

Gasspeichergesetz

Gasspeichergesetz

Russland nutzt die Lieferung von Gas als Druckmittel und Instrument in einer ökonomischen Auseinandersetzung mit Europa und Deutschland. Neben vielen anderen Maßnahmen ist die Sicherung der Gasspeicher ein wichtiger Baustein, um Deutschland auf mögliche – teilweise oder komplette – Lieferstopps aus Russland vorzubereiten. Das ist Ziel des Gasspeichergesetzes.

Die Füllstände sind in Folge der regulatorischen Vorsorgemaßnahmen und des Einkaufens von Gas mit von der Bundesregierung bereitgestelltem Geld deutlich gestiegen.

Aktuelle Informationen zur Lage der Gasversorgung in Deutschland finden sich auf den Webseiten der Bundesnetzagentur.

Erdgasverbrauch

Erdgasverbrauch im Stromsektor weiter senken

Um möglichst wenig des knappen und teuren Erdgases für die heimische Stromversorgung zu verbrauchen, schafft die Bundesregierung die Voraussetzungen, um vorübergehend bestehende Kohle- und Ölkraftwerke zu aktivieren. Damit sie sicher mit Brennstoffen versorgt werden können, bekommen Energietransporte für sechs Monate Vorrang auf dem Schienennetz. Das Ziel, den Kohleausstieg in Deutschland bis 2030 zu vollenden, bleibt unangetastet.

Energieeffizienz und Energieeinsparung

Energieeffizienz und Energieeinsparung

Jede Kilowattstunde, die Deutschland nicht verbraucht, muss nicht teuer importiert und eingekauft werden. Deswegen setzt die Bundesregierung an verschiedenen Stellen an, um die vielfach bereits begonnen Sparanstrengungen der Bürgerinnen und Bürger sowie der Unternehmen zu fördern und zu unterstützen. Dabei geht es um den Gebäudesektor, um den Gasverbrauch der Industrie oder um gemeinsam auf europäischer Ebene verhandelte Einsparvorgaben. Deutschland ist hier mit einem Minus von 20 Prozent besonders gefordert.

Gasversorgung

Alarmstufe Gas

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat nach Abstimmung innerhalb der Bundesregierung die zweite Stufe des Notfallplans Gas, die sogenannte Alarmstufe, ausgerufen. Aktuell ist die Versorgungssicherheit gewährleistet, aber die Lage ist angespannt.

Hier zu dem ausführlichen Artikel.

 Ausgewählte Fragen zum Notfallplan Gas

Was ist der "Notfallplan Gas"?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

Was ändert sich dadurch für Verbraucherinnen und Verbraucher?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

Was passiert, wenn Russland seine Energielieferungen einstellt?

Zur Antwort Öffnet Einzelsicht

Wie können Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen Energie sparen?

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